DRA_2015_small

Christopher Dell – DRA

Christopher Dell_vibraphon, Christian Ramond_bass, Felix Astor_drums

New CD: „3rd critique“ enw 2015

www.christopher-dell.de

 

3rd critique
Keiner ist wie Dell. Das weiß man zwar, aber wie es auf dieser CD wieder eklatant wird – es ist das seltene, phantastische Erlebnis. Das technisch schier grenzenlose, klanglich hochdifferenzierte Vier-Schlegel-Spiel auf dem Vibraphon treibt den Hörer durch eine Landschaft unvorhersehbarer Ereignisse. Die atonalen Sprungkaskaden feiern einen wilden Tanz, bei dem Vorgabe und spontane Phantasie den Hörer zu diffizilen Unterscheidungsspielen einladen. In der enorm kontrollierten Erzählweise dieser Musik streuen in die melodisch und rhythmisch eher „abstrakte“ und an der Neuen Musik orientierte Gestaltungsweise immer wieder Essenzen des Rock und sogar des Swing und Bebop herein, und die Melodik bekommt einen kurzweilig erzählenden Liedcharakter. Stets tragen die feingliedrig agierenden Christian Ramond am Bass und Felix Astor am Schlagzeug zu jenem polyphon sich verflechtenden Geschehen bei, das ich an anderer Stelle als „Atmen eines Körpers auf drei Lungen“ bezeichnet habe. Das abwartend atmosphärische Stück „153“ und die zwölftönig anmutenden Klangspiele von „98“ belegen in besonderem Maß die bis an unterbewusste Schichten der Spieler reichende Interaktivität dieser seit 1998 bestehenden und in der aktuellen internationalen Jazzszene einmaligen Gruppe.
Ulrich Olshausen

Das Ensemble DRA arbeitet an einer spezifischen Form zeitgenössischer Musik mit hohen Improvisationsanteilen. Ihr Werkkomplex eröffnet einen eigenständigen Weg zwischen Serialismus und Unbestimmtheit. Benannt ist damit vor allem eine Forschungsarbeit am Musikalischen, die strukturelle Motivarbeit ebenso beinhaltet wie die Verkörperlichung sinnlicher Gegebenheitsweisen im musikalischen Machen selbst. Mit ihrem aktuellen Programm führen DRA ihre Forschungen auf eine neue Ebene. Polymetrische Modulationen sowie Überlagerungen verdichten, verzahnen sich in ständig neuen Perspektiven, denen ein unreduzierbares Netzwerk klanglicher Multiplizität entspringt. Für ihre Recherchen an der Grenze zwischen Neuer Musik und zeitgenössischem Jazz erhielten DRA 2001 den „JazzArt Award- Musik des 21. Jahrhunderts“, den Musikpreis der Stadt Darmstadt und wurden 2012 als Finalisten des Neuen Deutschen Jazzpreises ausgezeichnet.
Für das Goethe-Institut gab DRA Gastspiele u.a.in Mexiko, Brasilien, Uruguay, Estland und den U.S.A.

Presse:

Zu Christopher Dell:
Uli Olshausen nannte Dell in der FAZ den “größten Vibraphontechniker der europäischen Jazzgeschichte.”

Tim Gorbauch spricht in der Frankfurter Rundschau von “einem der wichtigsten Aufbrecher und Weiterdenker des Jazz.“

Zu DRA:
Die Arbeit von DRA bezeichnte Tim Gorbauch in der Frankfurter Rundschau als “eine Art Quantensprung im europäischen Jazz. Eine derart komplexe, präzise, in ihren vertrackten Tempo- und Rhythmuswechseln schier aberwitzige Musik gab es vorher nicht, die Schnittmenge zwischen den Möglichkeiten Neuer Musik und freiem Jazz war neu definiert.“
„Zwischen Kontrolle und kurzen Phasen der Entfesselung bewegt sich diese Musik, zwischen Ordnung und kreativem Chaos. Eine hochkonzentrierte Mischung, die den Zuhörer eine knappe Stunde lang in Atem hält.“ Darmstädter Echo
„verdichtete Gebilde, von einer unabweisbaren Fließbewegung getragen (…) klar, überraschend und ungemein raffiniert“
Hans-Jürgen Linke in Jazzthetik

„Überzeugt bei aller Komplexität auch mit Spielfreude, Lockerheit und Humor.“
Heinz Kronberger in drums&percussion
„Hibbelig und frei und doch kalkuliert und logisch.“
Werner Stiefele in audio
„kristalline Schönheit“
concerto
„bewundernswert das engverflochtene und sensible Zusammenspiel der Akteure … Hörgenuss garantiert.“ Udo Andris, Jazzpodium

Quantensprung im europäischen Jazz.
Tim Gorbauch, Frankfurter Rundschau

Atemberaubende Genauigkeit und Synchronizität.
Hans Jürgen Linke, Jazzthetik (Link zum ganzen Artikel)

Eine Leichtigkeit, für die das Wort ‘flow’ fast schon schwerfällig anmutet.
Wolf Kampmann, Jazzthing (Link zum ganzen Artikel)

Christopher Dell lebt und arbeitet als Theoretiker, Musiker und Komponist in Berlin. Studium der Philosophie, Musik, Komposition und Organisationsentwicklung an
den Universitäten Darmstadt, Hilversum, Rotterdam, Boston und Kaiserslautern. Er lehrte Architekturtheorie u.a. an der Universität der Künste, Berlin und der
Architectural Association, London und war Gastprofessor für Stadttheorie an der HCU Hamburg und der TU München. Sein Forschungsinteresse gilt Praxen und
Organisationsverläufen der zeitgenössischen Stadt. Dell ist Gründer und Leiter des ifit, Institut für Improvisationstechnologie, Berlin.

Monographien: “Prinzip Improvisation“ (Köln 2002), „Improvisations on Urbanity“
(Rotterdam 2009, mit Ton Matton), „Tacit Urbanism“ (Rotterdam 2009) und
„Replaycity“ (Berlin 2011).

Dell gilt laut Reclam Jazzlexikon als der führende Vibraphonist Europas. Dell ist
und war beteiligt an zahlreichen CD-Veröffentlichungen und Tourneen weltweit.
Seine Arbeit wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, wie z.B. dem Downbeat
Allstar Award, Gary Burton Award, Preis der Deutschen Schallplattenkritik, Grammy
Nominierung und Musikpreis der Stadt Darmstadt.

Wichtigste CD-Veröffentlichungen:
DRA „Future of the smallest form“ jazz4ever 2001 ,
DRA „Real“ enw 2003
DRA „Truth study“ enw 2006
DRA „Typology“ enw 2013
„Music on the water“ mit Nils Landgren, Lars Danielsson act 2006,
„The World we knew“ act 2007

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