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Dejan Terzic – Melanoia

Konzerte ganzjährig auf Anfrage

Hayden Chisholm_Sax
Achim Kaufmann_Piano
Ronny Graupe_Git
Dejan Terzic_Drums

www.dejanterzic.com

New CD: Labyrinth (ENJA), Release: Mai 2015

Soundfiles vom Album Melanoia

Der Traum im Traum im Traum… Wer würde sie nicht kennen, die Situation, aus einem Traum zu erwachen und je nach Art des Traums entsetzt oder beglückt festzustellen, dass es sich gar nicht um einen Traum handelt, nur um eine geträumte Ewigkeit später ins nächste Level des Bewusstseins zu erwachen, das wir Wirklichkeit nennen. Es gibt viel mehr Schleusen zwischen den Kammern von Traum und Wirklichkeit, als uns die Eineindeutigkeit dieser Begriffe suggerieren möchte. Dejan Terzic nimmt uns mit seinem Quartett Melanoia – der Begriff steht für die Quersumme von Melancholie und Paranoia – auf eine Tour ins Innerste seiner Träume mit.

Das ist allerdings gar nicht so leicht, wie es sich anhört. Musik ist oft als traumhaft empfunden, ohne von Träumen zu handeln. Ein Traum ist eine sehr transzendente Erfahrung, Musik ein transzendenter Ausdruck. Träume von einer transzendenten Ebene auf die andere zu hieven, funktioniert womöglich nur im Labyrinth, das auf Verschachtelungen basiert, aber weder Peripherie noch Zentrum kennt. Ein Irrgarten ist da, um sich zu verlieren, in einem Labyrinth kann man sich finden. In diesem Sinne darf nicht nur der Titel, sondern auch die Musik der ganzen CD verstanden werden. Terzic spinnt lineare erzählerische Fäden, ohne dass vor dem Ohr konkrete Figuren oder Landschaften erstehen würden. Die suggestive Kraft der Musik gleicht eher einer Zugfahrt durch die Dämmerung, in der die Außenwelten zu variablen Farbfeldern verschwimmen, Baumkronen für einen Augenblick nach uns greifen, Straßen mit hinter Schranken wartenden Autos den Strom unserer Imaginationen für den Bruchteil einer Sekunde zerschneiden, Oberleitungen zu begleitenden Konturen werden und Wolkenformationen uns ein Gefühl von Ewigkeit vermitteln.

Dejan Terzic ist Schlagzeuger. Mit Saxofonist Hayden Chisholm, Pianist Achim Kaufmann und Gitarrist Ronny Graupe hat er eine Band um sich geschart, die man im euphorischsten Sinne des Wortes als Allstar-Formation des deutschen Jazz bezeichnen kann. Mit dem Debüt von Melanoia erhält Terzic in 2014 den ECHO Jazz als bester Schlagzeuger national.

Vier Musiker, die auf unterschiedlichsten Feldern des Jazz Erfahrungen gesammelt haben. Doch nicht der Austausch der individuellen Stimmen macht diese CD zu einem derart eindringlichen Statement, sondern ihr Erblühen im gemeinsamen Labyrinth. Das Ohr hört auf, nach einzelnen Stimmen zu suchen, was zählt, ist in jedem Moment das Ganze. Diese Innenarchitektur des Klanges verlangt nach starken Gestaltern.

Bei aller Virtuosität der Beteiligten ist es fast egal, dass hier Saxofon, Piano, Gitarre und Schlagzeug gespielt werden. Die Persönlichkeiten der vier Meister des anspruchsvollen Understatements sind wichtiger als ihre Instrumente. Solos im klassischen Sinne des Jazzbegriffs fehlen deshalb auf der CD komplett. Bei den kurzen und dezenten Exkursen der vier Musiker handelt es sich eher um pointierende oder kolorierende Beiträge, die sich in die stimmige Gesamtarchitektur wunderbar einfügen. Niemand trägt mehr bei, als die Musik im jeweiligen konkreten Moment braucht. Ausgangspunkt ist der sensible, ungeheuer leichte Aufschlag von Terzics Schlagzeug. Es ist da, aber wie die Holzträger in einem Altbau ist es in die Architektur unsichtbar eingebettet.

Als Wegweiser für den Hörer könnte ein Bass dienen, doch Terzic hat bewusst auf einen Bassisten verzichtet. Da ist zum einen der durchgängige Grundton seiner Erzählungen, der einen Bass überflüssig macht. Zum anderen aber wechseln sich alle vier Musiker mit der informellen Funktion des Basses ab. Graupe hat auf seiner Gitarre eine siebte Bass-Saite, aber auch die anderen drei reichen sich den Bass für das Ohr kaum bewusst nachvollziehbar gegenseitig weiter.

Terzic und Melanoia geben dem Hörer bewusst keine konkreten Bilder vor. Sie lassen es zu, dass jeder ins Labyrinth seiner eigenen Assoziationen entfliehen kann, im Fluss der Musik zu sich selbst findet, um an anderer Stelle wieder in den sanften Strom der surrealen Klangbilder einzusteigen. So erschöpft sich diese Musik niemals, denn immer wieder wird man sie auf der Leinwand der eigenen Wahrnehmung neu zusammensetzen.

Der Moment der Selbstfindung ist spätestens in dem Song „A Dream Within A Dream“ erreicht, wenn sich alle Strukturen auflösen und Hayden Chisholm mit tiefer Stimme einen Text von Edgar Allan Poe wie eine Beschwörungsformel murmelt. Was in anderem Kontext wie ein Fremdkörper anmuten würde, ist hier die logische Konsequenz aus dem klingenden Bewusstseinsstrom der Platte. Doch Melanoia lassen ihrem Hörer keine Chance, in Meditation oder Trance zu verfallen. Spätestens mit dem packenden Sperrfeuer in „Parasomnia“ – sozusagen das Reziproke von Melanoia – wird man aus jedem Gleichlauf herausgerissen.

„Labyrinth“ ist so unkalkulierbar und facettenreich, aber auch so abgründig, transparent und mysteriös wie ein echter Traum. Ob es die süße Verlockung eines hypnotischen Alptraums oder das Elysium einer erlösenden Traumflucht ist, kann jeder Hörer selbst für sich entscheiden.

Presse:

Melancholie und Paranoia, zusammengefasst im Portmanteau-Wort Melanoia, sind die bestimmenden Pole, zwischen denen das neue Album des bayerisch-bosnischen Schlagzeugers beständig oszilliert. Der Glockenspieleinstieg täuscht, denn schon bald geht es alles andere als zahm zur Sache, und dann wieder doch oh so zart – eben wie bei einem ,,Traum im Traum im Traum“.
Jazzthetik, Victoriah Szirmai, Juli/August/15

Das Kunstwort Melanoia steht für das den Tag-und Nacht-Rhythmus regulierende Hormon Melatonin und den Begriff Paranoia. Zum Glück für die Musik erweist sich die Anspielung auf die Paranoia als sympathische Koketterie, die im Titel der erneuten Erd-entrückten Unternehmung ihre Entsprechung hat, denn die mitunter von kühnen Intervallsprüngen geprägte Musik verliert sich keineswegs in einem Irrgarten, findet vielmehr durch zirkulär geschichtete Gänge zu sich selbst.
Rondo, Thomas Fitterling, 31.07.2015

In einem dichten Gespinst verzichten die idealen Quartettpartner dieser extrem ausgewogenen Klänge auf vorpreschende Solobeiträge. Stattdessen gibt es eng beieinander labyrinthische Verzahnungen von Pianist Achim Kaufmann, Gitarrist Ronny Graupe und Altsaxofonist Hayden Chrisholm (…) Das ergibt eine feine Nachtmusik voller unaufdringlicher Überraschungen, ein mildes Schweben im Ominösen, das Kontur gewinnt und Logik.
Ein sinnlicher Bewusstseinsstrom voller Facetten, der immer weitergehen könnte.
Leipziger Volkszeitung ,16./17. Mai 2015

Dejan Terzic wählt seine Bilder mit Bedacht: Irrgärten seien dazu da um sich zu verlieren, in einem Labyrinth könne man sich finden.
Das Quartett atmet die Stücke gemeinsam, und begibt sich gemeinsam in Terzics Labyrinth. Die Musiker finden dort nicht nur sich selbst in einer ganz anderen Rolle wieder; sie finden auch als Kollektiv zu einem eigenen Gestus.
Wenn man als Hörer aus diesem Labyrinth nach 70 Minuten heraustritt ist man voller eigener Assoziationen. Und das bei jedem Hördurchgang neu und anders.
JazzPodium; Thorsten Meyer, Juni 2015

Der kreative Top-Drummer Dejan Terzic holte sich eine Traumbesetzung ins Studio, um 10 Tracks einzuspielen, die einen sehr rasch in eine Welt zwischen Traum, Schlaf, Halbdunkel und Mystik hineinmanövrieren.
“Labyrinth“ ist komplett anderer Jazz, als wir ihn gewohnt sind. Die Musiker versuchen nicht durch Soli einer Komposition ihren persönlichen Stempel aufzudrücken; man ist eher bemüht, dem Hörer im Quartett kein konkretes Klangbild zu liefern, sondern Assoziationen zu wecken oder ihn in eine surreale Gegebenheit zu leiten.
Concerto, Juni/Juli 2015

Man hört Minimalistisches, Repetitionsmotive, dissonante Texturen,
die mit Spannung zur Harmonie spielen, melodische Schichtungen, aber auch ausladend Improvisierendes, nur eben nichts, was man mit den üblichen Mustern jazziger Linearität erfassen kann.
Achim Kaufmann, Pianist mit experimenteller, an zeitgenössischer Klassik geschulter Erfahrung, Ronny Graupe, Gitarrist mit Siebensaiter und reflektierter Dekonstruktivist mit stellenweise schrulligem Klanghumor, Hayden Chisholm, Saxofonist mit großer Liebe zu melodisch Komplexem. Das ist ein Team intellektueller Freigeister, die Terzic fordern und formen.
Und sie bildet ein offenes System, das sich mit jedem Treffen der Beteiligten verändert.
Jazz Thing , 06-08 2015

Es muss wohl das Ziel eines jeden ambitionierten Schlagwerkers sein, ein Ensemble zu finden, in dem das Drumset gleichberechtigt neben dem akkordschaffenden oder solistisch hervortretenden Instrumentarium steht.
Dejan Terzic kommt mit „Melanoia“ dem Versuch sehr nahe, feinfühlig in einem Quartett zu agieren, ohne schlicht der Typ an der Schießbude zu sein.
„Melanoia“ ist so zu einem Album geworden, das in verhaltenem Erzählton daherkommt und ohne den Drang zum Exzess nur dort Spannung aufbaut, wo sie wirklich hingehört.
kulturNews, 06 2015

Terzic will den Traum als Irrgarten musikalisch aber nicht nur abbilden, sondern auch evozieren. Wer sich seine Stücke anhört, dämmert tatsächlich weg in jene Anderswelten, wo sich Logik und Kausalität auflösen wie treibende Wolkenfetzen.
Kultur Tipp, 28.5 – 11.06. 2015

Schlagzeuger Dejan Terzic und sein Quartett ,,Melanoia“ haben sich auf ,,Labyrinth“ (enja/Soulfood) von Träumen inspirieren lassen. Herausgekommen ist eine suggestive Musik, die viel Raum lässt, um sie für sich selbst zu entdecken und zu interpretieren. Dass Terzic hier bewusst auf einen Bassisten verzichtet, fällt fast gar nicht auf. So intensiv und dicht und sind die Klangwelten der vier Musiker.
Zeitungshaus Bauer , 22.5.15

Verfolgungswahnsinn……so raffiniert und dabei lyrisch.Wird gleich jemand ein Gedicht vortragen? Es wäre willkommen. Vier Könner verfolgen sich gegenseitig. Da wird nicht mehr umschwebt, da wird mit allen Mitteln eingekreist. Sie kombinieren die Schweremut mit Verfolgungswahnsinn und lösen das Zwittermotto des Albumtitels ein : Melanoia.
Die Zeit

Dejan Terzic ist mit seiner 2012 gegründeten Band Melanoia ein wahrhaft traumhaftes Debüt gelungen.
Jazzthetik

Man vermisst nichts bei diesem Quartett, das einzigartig klingt. Eine echte Traumband.
Jazzthing

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