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Elena Setién

(Solo, Duo oder Trio)

New CD: Dreaming Of Earthly Things, Februar 2017, enja/yellowbird

Elena Setien_vocals, piano, wurlitzer piano, violin & percussion
Mikel Azpiroz_piano, hammond organ, moog, guitar
Karlos Arancegui_drums, percussion

www.elenasetien.com

Musik ist etwas Existentielles und Mystisches“, sagt Elena Setién, „das Schreiben von Songs ist für mich wie Wasser für eine Pflanze. Dabei nutze ich verschiedene Musikstile, um unterschiedliche Gedanken und Gefühle auszudrücken. Oder Dinge, die größer sind als wir selbst.“ Kein Wunder, dass Dreaming Of Earthly Things, das neue Album der Sängerin und Musikerin, vielseitig und doch in jedem Moment ganz nach ihr selbst klingt. Setiéns Wandlungsfähigkeit reflektiert ihre persönliche Geschichte. Von der klassischen Violine kam sie über verschiedene Spielarten des Jazz zu Singer/Songwriter-Ästhetik und subtilen Pop-Anklängen. „Stile sind für mich wie Kleider, die man je nach Stimmung wechseln kann“, sagt Elena Setién. So nimmt sie sich auf Dreaming Of Earthly Things die Freiheit, strahlende Töne und Schattierungen, Pastell-Farben und Kontraste, versponnene Strukturen und elegant-klare Linien zu vereinen.

Wer die baskische Künstlerin bislang in die vielfältige dänische Szene verortet hat, liegt nicht falsch. 13 Jahre lebte Setién in Kopenhagen, zwischen 2007 und 2012 veröffentlichte sie mit Johanna Borchert unter dem Namen Little Red Suitcase vier Alben. Das letzte in erweiterter Besetzung mit fünf Bläsern, Little Red Big Bang genannt. Über die Jahre gastierten Setién und Borchert erfolgreich bei internationalen Festivals, etwa in London, Grenoble, Ottawa, Berlin und Moers. Darüber hinaus war Setién Mitglied in Django Bates‘ Bigband Stormchasers, spielte Violine bei Simon Toldam’s Prugelknabe, wirkte als Sängerin und Geigerin an der Seite von Markus Pessonen, Otis Sandsjo und vielen mehr. Zusammen mit dem Gitarristen Jonas Struck schrieb sie den Score zu einem Film von Ole Christian Madsen. 2013 veröffentlichte sie Twelve Sisters, ihr erstes Album unter eigenem Namen.

Rückblickend bezeichnet Elena Setién Kopenhagen als den Ort, an dem sie wesentliche Aspekte ihres künstlerischen Ausdrucks ausformuliert hat. Dennoch zog es sie im Spätsommer 2015 zurück nach San Sebastián-Donostia, wo sie 1977 geboren wurde; ihre Familie lebt bis heute hier. In den späten Neunzigern verließ Setién die Stadt am Meer, um am Roehampton Institute in London klassische Violine und Komposition zu studieren. Es folgten einige Jahre in Barcelona, dann Kopenhagen. Ihr Drang, immer neue Szenen kennenzulernen, habe sich inzwischen etwas gelegt, stellt Elena Setién entspannt fest. Umso enthusiastischer spricht sie über das aktuelle San Sebastián und dessen offener, kreativer Atmosphäre. Die einst wie Mehltau über dem Baskenland gelegene Stagnation sei von Zuversicht und Entwicklung abgelöst worden.

Natürlich hat der Ortswechsel Dreaming Of Earthly Things inspiriert. War Setiéns Debüt Twelve Sisters noch, wie sie heute sagt, ein Kompromiss zwischen ihr und dem damaligen Produzenten, zeigt das neue Werk entschlossen ihre eigene Gedanken und Ideen. Für die Umsetzung fand sie in der Stadt einen wichtigen neuen Partner. Mikel Azpiroz trug als Ko-Produzent, Toningenieur und Mitmusiker (Klavier, Hammond Orgel, Moog Synthesizer, E-Gitarre) maßgeblich zum Klang der Stücke bei. „Anfangs wollten wir nur ein kleines Demo zusammen produzieren“, erzählt Setién, „es entwickelte sich aber schnell eine extrem gute Energie und ein ‚workflow‘, der uns in die gleiche Richtung lenkte. Obwohl wir in manchen Aspekten einen unterschiedlichen Geschmack haben, begannen meine Songs, die Arrangements und Instrumente wie von selbst zu leuchten.“

Auch das spezielle Lebensgefühl in der Stadt am Atlantik spiegelt sich auf dem Album. „Sobald ich umgezogen war, wurden meine Songs unwillkürlich etwas langsamer und länger“, beschreibt Setién die Entwicklung, „sie begannen, sich in einem größeren Rahmen zu bewegen.“ Nach 19 Jahren an anderen Orten wurde sie von ihrer alten Heimat San Sebastian positiv überrascht, erzählt die Musikerin. „In Kopenhagen gibt es viel Konkurrenz, du musst etwas Besonderes sein. In San Sebastian fühle ich viel weniger Druck, etwas erreichen zu müssen. Die Leute hier arbeiten kürzer, sind solidarischer, leben ein entspannteres Leben.“

Als Tochter einer Gitarristin und eines Hobby-Pianisten begann Elena Setién mit neun Jahren, Violine zu lernen. „Ich trug die Geige mit mir herum und war stolz, dass man auf der Straße durch den Koffer erkennen konnte, dass ich Musik machte“, erinnert sie sich. Zu diesem Selbstverständnis gehörte aber auch die Erkenntnis, „eine Art Außenseiter zu sein. Damals war das Leben in San Sebastian ziemlich rau, aber es gab eine Parallelwelt, die sich für klassische Musik interessierte.“ Zwar fühlte sich Setién in dieser anderen Welt grundsätzlich wohl, die dort vor allem unter Lehrern vorherrschende Haltung erschien ihr aber zu sehr auf Technik und Theorie fixiert. Mit Anfang 20 empfand Elena Setién dieses Umfeld so sehr als Gefängnis, dass sie zum Gesang wechselte. Immerhin liebte sie Billie Holiday schon seit ihrer Kindheit. Rückblickend sieht Setién diesen Schritt als entscheidend, er habe die Entwicklung ihrer eigenen Musik erst möglich gemacht. „Ich wollte selbst etwas kreieren und nicht mehr nur Werke verstorbener Meister nachspielen“, erklärt Setién, „schon viel früher habe ich mir selbst gerne Sachen auf der Violine ausgedacht, noch ehe ich wusste, dass man das Improvisation nennt.“ So wurde der Gesang zu einer künstlerischen Befreiung, einem Neustart. Noch heute empfindet sie diese spezielle Frische beim Singen, sagt Setién.

Thematisch kreisen ihre Songs um unterschiedliche Erlebnisse, die nicht immer ihre eigenen sein müssen. „Ich treffe viele Menschen und spreche mit ihnen“, erklärt Setién, „sie tendieren häufig dazu, mir ihr Herz auszuschütten.“ Keine Frage, Elena Setién ist eine aufmerksame, empathische Zuhörerin, kann schnell eine vertrauliche Atmosphäre schaffen. „Es gab mal eine zufällige Begegnung mit einer Portugiesin, die mir nach einer Weile vom Doppelleben ihres Mannes erzählte“, führt Setién als Beispiel an und resümiert, „dieser Austausch mit Menschen ist für mich als Songschreiberin sehr wichtig, weil es mir Türen in andere Welten öffnet.“ Konsequent spielt sie in ihren Texte mit Identitäten, spricht ein imaginäres „du“ an, wirft „ich“ und „du“ durcheinander oder schlüpft in die Rolle einer dritten Person. „Wo sind die Grenzen der Identität?“, fragt Setién und hält fest, „wir kommen besser miteinander aus, wenn wir weniger egozentrisch sind, offener für andere. Es kommt drauf an, ein Gleichgewicht zu finden, andere Standpunkte zu achten und zuzulassen, ohne die eigene Haltung aufzugeben.“

Auch künstlerisch hat Elena Setién eine charakteristische Balance gefunden, die zuweilen absichtsvoll mit Kontrasten spielt. Etwa im Song Dream and Nightmare, in dem sie fast finstere Worte mit lockenden, romantischen Melodielinien verbindet. „Wenn du in die Tiefe gehst, findest du zwangsläufig wunderschöne und hässliche Dinge“, meint Setién, „für mich sind Kontraste ganz natürlich. Und mich berühren Künstler, die beide Seiten in ihrem Werk zeigen, nicht nur einen Aspekt. Die Mischung spricht mich an, weil das Leben nun mal so ist.“

Presse:

MONDOSONORO
„…twelve gems of clearcut pop, among other things, dreamy… a pleasure to have reached that undertone where all emotion and truth resides.“
Josetxo Rio Rojo
(Barcelona based, Mondosonoro is one of Spain´s leading magazines for independent music.  http://www.mondosonoro.com/)

ROCKDELUX
„… one of the most stimulating albums of 2016… her magnificent voice is so evocative it connects with Joni Mitchell, Siouxi, Bjork and Joan As a Police Woman all at once! Splendid melodies, not conventional but always magnetic with tracks that instantly become classics…“
Ricardo Aldarondo
(founded in Barcelona in 1984, Rockdelux is one of the leading monthly music magazines in Spain. It is specialized in rock, alternative, electronic music and has a place for the classics or atemporary cult figures. http://www.rockdelux.com/)

LA VANGUARDIA
„Evocative atmospheres with synthesized curtains and a vocal conviction of flesh and bone.“
Esteban Linés
(founded in 1881 and based in Barcelona, La Vanguardia is one of the leading newspapers in Spain.http://www.lavanguardia.com/)

EL MUNDO
„…her themes have a sweet flavour and are wrapped in an at times dangerous elegance- her melodies are never obvious. She came from the jazz scene, but in what art-pop is concerned, she nails it!“
Jesus R. Lenin
(El Mundo is one of the major spanish newspapers, based in Madrid and founded back in the early 80´s it has a span of around 150.000 sold copies daily http://www.elmundo.es/)

Fotos:

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