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Florian Favre Trio

Florian Favre_Piano
Manu Hagmann_Bass
Arthur Alard_Drums

http://www.florianfavre.com

New CD: On A Smiling Gust Of Wind (Traumton Records),  Release: TBA

„Ein echter Hochkaräter der nicht nur Spass macht, sondern auch jede Menge Überraschungen bietet.“ (Jazz Podium)

On A Smiling Gust Of Wind

Die Presse in der Schweiz und Deutschland war sich schon früh einig: Pianist Florian Favre ist originell und charmant, hochtalentiert und künstlerisch eigenwillig. Geboren und aufgewachsen Im westschweizerischen Fribourg, hat Favre in Bern zunächst Klavier, dann Komposition studiert und dort auch 2011 sein Trio gegründet. 2013 kam Bassist Manu Hagmann dazu, hinterm Schlagzeug gab es für das jüngste Album mal wieder einen Wechsel. Doch dazu später mehr. Als alleiniger Komponist trägt Favre, inzwischen 31 Jahre alt, den größten Teil der künstlerischen Verantwortung, wenngleich er von je her Raum für seine Partner lässt. Favres Stücke zeichneten sich bislang durch „farbenprächtige Harmonik“ (Jazz Thing) und einen offenen Geist aus, ihre Melodien waren häufig mit rhythmischer Raffinesse und spontanen Interaktionen aufgeladen, was die Intensität noch verdichtete. Diverse Auszeichnungen, etwa der 1. Preis der International Jazzhaus Piano Competition 2012 in Freiburg i. Br., belegen die Qualität Florian Favres. Kollegen schätzen ihn als ebenso brillanten wie angenehmen Mitspieler.

Seit dem weithin gelobten Album Ur, das im April 2016 erschien, ist viel passiert. Das Trio feierte bei Festivals Erfolge (u.a. Amersfoort Jazz (NL), Jazz à Vienne (Frankreich), Palatia Jazz, Ethno Jazz Festival Dushanbe (Tadschikistan)), genießt bis 2019 prioritäre Förderung von Pro Helvetia und gewann den B-Jazz International Contest im Rahmen des Leuven Jazz Festivals in Belgien. Favre selbst wurde mit einem Stipendium ausgezeichnet, dass ihn nach New Orleans und New York bringen wird, unter anderem um ein Stück für Jazz Trio und Orchester zu komponieren.
Vorher präsentiert Florian Favre nun das nächste Werk seines feinsinnigen Trios, ganz ohne Gäste und elektronische Geschmacksverstärker. Schon der Titel On A Smiling Gust Of Wind signalisiert luftige, positive Stimmungen. „Ich habe das Gefühl, dass die Band während der Aufnahmen richtig geflogen ist“, erklärt Favre, „dass wir leicht, unverkrampft und ehrlich gespielt haben. Eben so, als ob uns eine Böe Rückenwind gegeben hätte.“

Eine unaufdringliche Leichtigkeit zog sich bereits durch den Vorgänger Ur, ist aber nun noch präsenter und prägnanter. Neben Favres strahlendem, unter anderem von europäischer Klassik inspiriertem Spiel ist eine absichtsvolle kompositorische Klarheit der zweite rote Faden. Im Vergleich zu früheren Produktionen habe er noch mehr Wert auf spontane Eingebungen gelegt, sagt Favre, Emotionen und einfache Ideen zugelassen, sie weniger stark abstrahiert. Es geht ihm um eine unprätentiöse Schönheit, die er selbst in beseelter Musik (er benutzt die englischen Begriffe „soulful“ und „uplifting“) hört und spürt. Nicht als geplantes Gegenmodell zu intellektuell aufgeladenen Konstrukten, sondern vielmehr als ein bewusst lebendiger Ausdruck. Das Vertrauen auf das eigene Bauchgefühl mag auch mit Favres privatem Glück zu tun haben. Warum sollten nur Pop-Musiker die Euphorie einer neuen Liebe in erhebende Songs fassen dürfen?

Humor gehört ohnehin zu Favres Naturell, ebenso ein subtiles Spiel mit verschiedenen Einflüssen. Das Klangbewusstsein von Ravel und Strawinsky begeistert ihn ebenso wie die energische Emphase von Rockbands oder elektronische Sounds. Letztere setzt er aber bei anderen Projekten ein, in dieser Hinsicht weiß Favre klar zu trennen. Was ihm gar nicht liegt, ist der künstlerische Elfenbeinturm. Kommunikation in der Band und mit dem Publikum sind Favre wichtig. Auf der Bühne wirkt er stets beiden zugewandt und vermeidet dabei plakative Gesten oder gar vordergründige Anlehnungen. Auch deswegen erscheint Favres Musik fokussiert, heute wahrscheinlich mehr als jemals zuvor.

Mit acht begann Florian Favre, klassischen Klavierunterricht zu nehmen, vier Jahre später entdeckte er Blues-Skalen und bald darauf den Jazz. Am Konservatorium in Fribourg machte er mit 21 sein Diplom, alles weitere entwickelte sich in Bern. 2008 gründete er das Quartett Help!, 2012 war er mit dem Songpoeten Stephan Eicher und dem Spoken Poetry-Künstler und Autor Kutti MC alias Jürg Halter unterwegs. Nach Abschluss seines Klavier-Masters (unter anderem bei Django Bates) hielt sich Favre eine Weile in New York auf. Sein Können beeindruckte dort selbst prominente Kollegen. So wurde Favre einmal von Joshua Redman auf die Bühne gebeten, nachdem der Schweizer das Konzert des Saxophon-Stars eröffnet hatte. Redmans Ansage: „He has something really, really special that blew us all away.”

Bassist Manu Hagman hat ebenfalls in Bern studiert und bereits eine vielfältige musikalische Geschichte. 2007 gewann er mit seinem damaligen Quartett Red Planet den Wettbewerb „Tremplin Lémanique“ des Montreux Jazz Festivals. Weitere Auszeichnungen folgten, etwa mit der Jean-Lou Treboux Group bei den Stanser Musiktagen 2011 und mit der Band Orioxy, zu der neben anderen die Harfenistin Julie Campiche gehört. 2013 erhielt Orioxy den „Grand Prix“ der Avignon International Jazz Competition. Mit beiden Projekten nahm Hagmann jeweils zwei Alben auf, spielte bei Festivals und in mehreren europäischen Ländern.

Nun können wir den neuen Drummer der Band vorstellen: Arthur Alard, 28, aus Paris. Kennengelernt haben sie sich beim besagten B-Jazz Contest, wo Alard mit Laurent Coulondre auftrat. „Nach dem Wettbewerb gab es eine Jamsession, bei der Manu und Arthur erstmals zusammen spielten. Das hat sofort super funktioniert. Später brauchten wir einen Schlagzeuger für eine Belgien-Tour und ich fragte Arthur, ohne selbst je mit ihm gespielt zu haben. Er kam, hatte alle Stücke von der Platte auswendig gelernt und schon im ersten Konzert jederzeit verstanden, wohin ich gehen will.“ Favre schwärmt geradezu vom neuen dritten Mann. Alard beherrsche viele Stile, kenne sich in diversen Genre aus, diene dem Stück und verschmelze mit dem Bandsound. Wie perfekt die Verständigung in der Band klappt, macht er an einem Beispiel deutlich. „Das Stück Nanomélie habe ich in der Nacht vor dem letzten Studiotag komponiert. Als wir alles andere im Kasten hatten, legte ich den Jungs die Noten vor und wir haben nur vier Takes eingespielt.“ Favre freut sich, dass auch dieses Stück auf der Platte ist, weil es aus seiner Sicht symbolisch für Einfachheit und „hoffnungsvolle Musik“ steht.

„Das neue Album klingt mehr denn je nach mir“, resümiert Florian Favre. „Es spiegelt Charakterzüge wider, die meine Freunde von mir kennen, andere vielleicht noch nicht.“ Zudem findet der Schweizer, dass die Stücke einen starken Bezug zueinander haben. Tatsächlich wirkt On A Smiling Gust Of Wind geschlossen und rund, zugänglich und auf subtile Art unterhaltsam. Jazz am Puls der Zeit, mit starker persönlicher Note und einem großen Potential, auch außerhalb des Jazzzirkels viele Freunde zu gewinnen.

Presse:

jazzthetik, 07/08 2016, Hans-Jürgen Schaal

„Es kommt selten vor, dass man eine CD einlegt und nach wenigen Sekunden einen so starken Eindruck von Dramaturgie bekommt. Da haben drei Männer hart an ihrer Musik gearbeitet: Der 30-jährige Pianist Florian Favre und seine kongenialen Mitstreiter, Manu Hagmann (b) und Arthur Hnatek (dr), machen messerscharf ziselierte Musik, die an der Kante zwischen Intuition und Intellekt entstanden zu sein scheint. Und, was besonders erfrischend ist, sie überraschen einander (und natürlich ihr Publikum) durch hochriskante interaktive Drahtseilakte. Das ist zeitgemäßer Jazz, der etwas von der Impulsivität des e.s.t. hat, der aber auch aus dem Fundus des Impressionismus und des Rock schöpft. Eine Feier des Unvorhersehbaren, wundervoll.“ (schu) concerto, 3/2016

Die Produktion „UR“ mit dem Florian Favre Trio schüttet über dem Zuhörer ein reiches Füllhorn aus. Ein Trio, das gleichermaßen György Ligeti wie Hip Hop oder elektronische Musik auf dem Schirm hat, gibt hier ein Statement ab, das weit über den Tellerrand der Jazz-Fraktion hinausragt. Georg Waßmuth, SWR2, CD der Woche, http://www.swr.de

Florian Favres Erfolg liegt in seinem Können begründet – und in seiner Unbekümmertheit. Der 28-jährige Pianist aus Fribourg tastet sich verspielt durch Gehörtes aus Jazz, Rock, Klassik und Folklore. Dies schüttelt er, bis es als konzentrierte Essenz nach komplett Neuem klingt. «Ur» kommt so frühlingsfrisch daher wie lange nichts mehr aus all den Pianotrio-Küchen. Favre denkt in Wolken, erzählt enthemmt und scheut weder Gehalt noch Grooves.Kulturtip, Frank von Niederhäusern, Mai 2016

„So originell wie der Titel ist die ganze CD. Dies ist nicht einfach eines von vielen neuen Piano-Trios, die es wie Sand am Meer zu geben scheint. Diese CD des Schweizer Pianisten Florian Favre ist wirklich etwas ganz Besonderes. Zum einen scheint hier das Ideal des Klaviertrios im Jazz, nämlich die „Demokratisierung“, soll heißen die Gleichberechtigung der drei Musiker, eher verwirklicht zu sein als bei so vielen anderen Gruppierungen dieser Art. Bassist Manu Hagmann und Drummer Arthur Hnatek gestalten weitgehend das musikalische Geschehen mit und haben relativ große Solo-Anteile. Zum anderen ist es natürlich der Pianist selbst, der immer wieder für Überraschungen sorgt, mit unerwarteten Wendungen und Einwürfen, mit plötzlichen Tempiwechseln oder originellen Zwischenspielen, alles verbunden mit einem gewissen schalkhaften Humor. Erstaunlich auch ist sein Erfindungsreichtum in der melodischen Gestaltung. Dies wird natürlich unterstützt durch Favres Kompositionen, die eher konventionell, aber sehr ansprechend sind. Die erste CD dieses Trios, „T’inquiète pas, ça va aller“ von 2013 wurde schon jenseits der Schweizer Grenzen bekannt. Es ist zu hoffen, dass diese neue CD „Ur“ noch einen viel größeren Bekanntheitsgrad erreicht. Sie hat es verdient.“ Jazzpodium, Teddy Doering, 4/2016

„Florian Favre ist Schweizer und in Deutschland bisher wenig bekannt. Aber das wird sich ändern, mit Sicherheit! Trotz einiger bemerkenswerter Alben, die er bisher unter eigenem Namen veröffentlichte, steht er erst am Anfang seiner Karriere. So, wie er auf dem vorliegenden „Ur“ in die Tastatur seines Flügels greift, hat das nicht nur Zukunft, sondern vor allem Größe. Nennen wir ihn an dieser Stelle deshalb einen wuchtigen Pianisten, mit ausgesprochenem Hang zur Sensibilität. Sein Spiel ist präzis und doch unberechenbar. Man spürt seine Sozialisation, in der Rock, Elektronik und Klassik sich auf Augenhöhe begegnen, wobei er sich Strawinsky und Ravel derzeit besonders verbunden fühlt. Aber er begeistert sich eben auch für Earth, Wind & Fire oder U2.
„Ur“ ist voller Kraft und Temperament. Ein Album mit Ecken und Kanten, mit erfrischenden Harmonien, halsbrecherischen Läufen und radikalen Wendungen.  Und in Manu Hagmann (Bass) und Arthur Hnatek (Schlagzeug) hat Favre zwei ausgesprochen Seelenverwandte als Partner gefunden. Auch wenn die Kompositionen von ihm stammen, ist die gesamte Aufnahme ein Gemeinschaftswerk. Die Dynamik und Dramaturgie in diesem Trio beeindruckt enorm. Dieses ständige Pulsieren und Explodieren, diese stillen lyrischen Momente und dann wieder flammende Improvisationen – selten war Musik im Gesamtkontext erfrischender und spannender. Dabei wäre Florian Favre um ein Haar Fußballer geworden. Man glaubt es kaum ….“
kultkomplott.de, Jörg Konrad, 31.03.2016

Dass Klaviertrios geradezu inflationär verbreitet sind, kann den jungen schweizerischen Pianisten Florian Favre nicht davon abhalten, sich ebenfalls für eine solche Formation zu entscheiden. „Mit drei Leuten eine musikalische Konversation zu halten, ist sehr angenehm“, findet Favre. „Außerdem nehmen bei uns alle unterschiedliche Funktionen ein, sodass das Trio wie ein kleines Orchester ist.“ Auf dem zweiten Album „Ur“ (Traumton/Indigo) findet sich nach wie vor der Bassist Manu Hagmann an Favres Seite, am Schlagzeug ist es jedoch zu einer Umbesetzung gekommen: Hier sitzt jetzt Arthur Hnatek, der schon in den Bands von Tigran Hamasyan und Erik Truffaz für Aufsehen sorgte. „Arthur ist rhythmisch sehr solide und kann dennoch fliegen“, schwärmt sein Chef. „Er braucht keine „1“, sein Timing ist einzigartig. Außerdem mag ich seine Art zu orchestrieren.“ In der Tat. Bei der Nummer „Oh Lord!“, die so langsam gespielt wird, dass es einem vorkommt, als würde die Zeit gedehnt, sorgt er mit raffinierten Beckenschlägen für die Verbindung zwischen den verstreuten Tönen. „Million Miles Away“ fängt dagegen wie eine Stilübung in Sachen verträumter Balladenkunst ein, verwandelt sich dann aber im Verlauf von sechs Minuten in einen heftig groovenden Rocksong, der einen geradezu hypnotischen Sog entwickelt. Man bekommt eine Ahnung von der Bedeutung des Albumtitels. „Ich mag, dass man mit so wenig Buchstaben etwas so Tiefes ausdrücken kann“, sagt Favre, dessen Muttersprache eigentlich Französisch ist. Jazzthing, Rolf Thomas, 4/2016

This is one recording that really knocked me out and gave me a whole lot of pleasure. There’s the pure eruption of clean energy from the beginning of the title piece Ur, played on prepared piano, and the power of the music was not coming from cannon like shot, but from the emotional congestion between the notes. Million Miles Away takes us back to the feeling of the opening, with a prepared piano intro and lurking rhythm, following the piano’s counterpoint lead with shy feeling, and giving the piece an unusual tension. Favre’s melody building reminds me of early Brad Mehldau, and it’s fascinating to see how he has developed his own language from recent classics. Listening to his Cobble Hill makes me particularly happy, because I can hear that someone is finally around who can take over what was left by Esbjörn Svensson; his achievement is now becoming a modern piano language in a natural evolutionary way, rather than simply quoted or repeated. Hyperactive Nocturne is a jolly and humorous track with constantly changing tempos that make it very powerful. This is a totally cnvincing composition, and in my opinion the best track on the recording. I can listen to it endlessly without getting bored, and the exquisite drumming of Arthur Hnatek frames it in a beautiful way. It might be only February as I write, but I reckon I already have my piano record of the year in my hands. HIFI Critic, Greg Drygala, 3/2016 

„Favre hat eine Vorliebe für eine farbenprächtige Harmonik, die er jedoch stets aufs Neue in Brand setzt, um ad hoc dem Verlauf seiner Akkorde neue Richtungen zu geben.“ (Jazz Thing)

Winner of the B-Jazz International Contest 2016

From the jury report:

„This band has a very high level of proficiency and professionalism.

There was a great build up and contour of the set, ranging from very delicate to highly intense moments, within the jazz tradition, but always fresh and surprising, with never a dull moment.
With great coherence and interplay between the band members, always finding a balance between seriousness and apparent pleasure, meanwhile connecting very well with the audience and therefor creating a great atmosphere.“

Fotos (by Nicolas Masson): For hi-res pictures, click on the link below.

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FFT_photo4_by_Yohan_Jacquier