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Christian Zehnder & Barbara Schirmer

Christian Zehnder –  Stimme, Jodel, Obertongesang, Wippkordeon, Halszither
Barbara Schirmer  –  Hackbrett

Konzerte ganzjährig auf Anfrage

Homepage: www.zehndermusic.ch

Lausch – Eine imaginäre alpine Kammermusik

Zwischen dem Atem schlafender Bergtäler und sirrender Nadelbäume im Wind erklingen Lieder im Lausch der Ohren und erinnern an eine vergessene imaginäre Heimat. Hackbrett und Stimme verbinden und zerzausen sich wie Wolkengebilde am schroffen Massiv zu einer eigenständigen Klangskulptur aus dem alpinen Raum.

Barbara Schirmer und Christian Zehnder (Stimmhorn/ Kraah/Oloid) gehören zu den wichtigsten Vertretern einer ‘neuen alpinen Musik’. Sie haben in den letzten Jahren eine ganz persönliche Klangarchitektur aus dem Begriff ‘Volksmusik’ entwickelt und sich damit weit über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht.

LAUSCH ist nach GLÄND die zweite Zusammenarbeit der beiden Musiker und führt in eine ganz eigene Welt neuer alpiner Kammermusik.

Christian Zehnder über seine Stimmkunst:

„Jodel und Obertongesang sind für mich die ursprünglichsten und ergreifendsten Gesangsformen, die eigentlich auch nicht an bestimmte Kulturen gebunden sind. Das Jodeln zum Beispiel findet man überall auf der Welt, in den schillerndsten Ausprägungen. Global Jodeling als völkerverbindende Sing- und Kommunikationsform. Es ist eben auch meine Biographie, die aus mir singt, und die kümmert sich nun einmal nicht um Stile und Regeln des Gesangs. Ein launisches Tier ist sie schon, meine Kehle. Das kann dann auch mal süss klingen, wie bei Schuberts Liedern, endet aber zumeist unverhofft in einem weitläufig raunenden Crescendo eines übermütigen Berglers.“

Christian Zehnder – Stimme, Knopf- und Saiteninstrumente
Christian Zehnder studierte erst die Jazzgitarre, bevor er ein klassisches Gesangsstudium als Bariton abschloss (u.a. bei Raphael Laback). Weiterbildungen in Obertongesang bei Tokne Nonaka [J] und Körperstimmtechniken nach Alfred Wolfsohn bei Daniel Prieto (P) führten ihn zum freien, nonverbalen Singen und in seinen ganz individuellen Musikkosmos, welcher sich oft an den Schnittpunkten von Performance und Musiktheater bewegt. 1996 initiierte er zusammen mit dem Bläser Balthasar Streiff das international renommierte und zum Kultstatus avancierte Duo Stimmhorn, mit welchem er mehrfach ausgezeichnet wurde und zahlreiche CDs, Filme und Musiktheater realisierte. Konzerttouren durch die ganze Welt, Zusammenarbeit mit Huun-Hur-Tu, dem afrikanischen Obertonchor Xosa-Noquolnquo, Mercan Dede u.a.m. Zahlreiche Kompositionsaufträge für Film, TV, World EXPO und Radio. 2012 wurde Christian Zehnder der basellandschaftliche Kulturpreis für Performance/Theater überreicht. Für die Philharmonie Berlin erhielt Christian Zehnder 2013 eine Carte Blache, um einen musikalischen Abend zu seinem ”new space mountain” zu gestalten.

In seinen Soloprojekten (Kraah, Gländ, Oloid u.a.) arbeitete er unter anderen mit Christoph Marthaler, Barbara Schirmer, Noldi Alder, Don Li, Anton Bruhin, Tobias Preisig, Arkadi Shilkloper, Mathias Loibner,oder dem Casal Quartett zusammen, mit welchem er mit dem Bündner Komponisten Fortunat Frölich auch in die Kammermusik bzw. neue Musik vorgestossen ist. Anlässlich der Münchner Biennale 2011 sang Zehnder in der zeitgenössischen Oper Amazonas eine der Hauptrollen. Mit dem Kosmopolit und Jazzdrummer Gregor Hilbe entwickelte Christian Zehnder 2013 mit neu entwickelten Instrumenten ein zwischen urbaner und archaischer Heimat angesiedeltes Performance Projekt “Oloid”.

Christian Zehnder arbeitet vielfältig zwischen Jazz, neuer alpiner und zeitgenössischer Musik, als Regisseur und Komponist für das Theater (Theater Basel, Salzburger Festspiele, Mannheim, Luzern, Gorki Theater Berlin u.a.). 2012 erschien seine Kreation «oops, wrong planet! “ am Theater Basel. 2014 entstand eine erste Oper als Auftragswerk am Theater Basel: «Föhn» ist im Zusammenarbeit mit dem Komponisten Fortunat Frölich und dem Schriftsteller Urs Widmer entstanden.

Barbara Schirmer – Hackbrett
Nach dem Studium in Bern und einem einjährigen Aufenthalt in Südamerika widmete sich Barbara Schirmer ganz der Musik. Sie hat das Hackbrettspiel von ihrem appenzellischen Vater übernommen. Zusammen mit ihren Eltern pflegte sie in der legendären «Schürmüli Musig» traditionelle Appenzeller Musik und kombinierte mit dieser Gruppe als eine der ersten einheimische Musik mit Volksmusik anderer Kulturen. Kontinuierlich baute sie das Hackbrettspiel weiter aus. Mit einer sensiblen Klangforschung sowie mit Humor und Witz brach sie den traditionellen Kontext auf und trat in einen dynamischen Dialog zu ihren musikalischen Wurzeln.
Sie erhielt mehrere Förderbeiträge, ins besonders für die Entwicklung der 4-Stick-Technik für das Hackbrett. Basierend auf der Vibraphontechnik erarbeitete sie eine völlig neue Spielart, die der Klanglichkeit und Mehrstimmigkeit dieses Instrumentes noch unentdeckte Räume öffnet. Damit verbunden begann sie für diese musikalische Erweiterung zu komponieren. Aufträge für Theater-, Film- und Hörspielmusik zeigen das vielfältige Interesse an ihrer kompositorischen Arbeit.
Als Solistin sowie mit verschiedenen Gruppen und Projekten hat sie sich weit über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht, zum Beispiel: Hackbrett-Magie-Projekt Deutschland, Festival interculture Senegal, International Drum Festival Korea, Klangkörper Schweiz Hannover 2000, World Week of Santour
Iran 03, Festival Volksmusik kreativ Salzburg 03, Festival del Caribe Kuba 04, Festival del Salterio Mexiko 09 sowie Konzerte in Ungarn, Slowakei, Weissrussland, Japan und China. Zahlreiche Radio- und TV-Stationen haben die Künstlerin portraitiert und ihre Musik dokumentiert. Mehrere CDs erschienen auf ihrem eigenen Label. http://www.hackbrett.com

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