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[TUOMI]

30 Juni 2006

Konzerte ganzjährig auf Anfrage

Kristiina Tuomi: voice, Carsten Daerr: piano, Carlos Bica: doublebass

Homepage: www.kristiinatuomi.com
MySpace: myspace.com/kristiinatuomi

Aktuelle CD: The expense of spirit
Traumton 4502-2
Veröffentlichung März 2007

“Tuomi gelingt spielerisch der Balance-Akt zwischen zeitgenössischem Songwriting, Kunstlied und Jazz. Aus dieser Synthese entsteht eine bittersüße Klangwelt, die auf höchstem Niveau geradezu unanständig melancholisch und melodieverliebt jedem Lied sein eigenes atmosphärisches Gesicht verleiht …”

TUOMI The Expense Of Spirit

Mit dem zweiten Album The Expense Of Spirit bestätigt das Trio Tuomi seinen Ausnahmecharakter in der internationalen Musiklandschaft. In der Besetzung Altstimme, Klavier und Kontrabass erweisen sich Kristiina Tuomi, Carsten Daerr und Carlos Bica in ihrer kongenialen Umsetzung klassischer Lyrik und eigener Songtexte erneut als Meister im noch zu bestimmenden Genre. Sind doch ihre Kompositionen mehr denn je im romantischen Kunstlied, in der keltischen Mörderballade oder im skandinavischen Folksong anzusiedeln - und begeistern trotzdem auch Popfans. Der derzeit gängige Soft-Soul-Jazz hat eine Alternative bekommen!

Damit setzt Tuomi den erfolgreichen Weg ihres Debüts Tightrope Walker fort, das vor zwei Jahren im Feuilleton und der Fachpresse auf einhellige Begeisterung stieß. So empfand der Jazzthing-Rezensent die Musik des Trios „elegisch, verwunschen und (…) mit ihren klaren, lyrischen Melodien (…) liebreizend artifiziell.“ Die FAZ erkannte, wie die deutsch-finnische Sängerin Kristiina Tuomi „ihre Songs fast ganz in den Bereich des Kunstlieds“ transportiere,
doch „eine so pathos- und posenfreie (…) Stimme gibt es dort ebenso wenig wie die improvisatorischen Freiheiten, die dem höchst sensiblen Pianisten Carsten Daerr eingeräumt sind“. Und schließlich beschrieb die Jazzthetik Tightrope Walker als „eine dunkel klingende Platte, die in ihrer intimen, kammermusikalischen Besetzung (…) Geschichten über romantische, aber auch verletzte Liebe erzählt“ und jubelte: „Kristiina Tuomi singt das alles mit einer entwaffnenden Klarheit und Schlichtheit – fernab von Jazzparametern.“

Auch auf The Expense Of Spirit erweist sich das Trio beim Trapezakt zwischen kongenialer Lyrik-Vertonung, jazz-affinem Pop (aus eigener Feder) und dem, was die Portugiesen und Brasilianer „Saudade“ nennen, als völlig schwindelfrei: souverän tritt die natürliche Altstimme von Kristiina Tuomi mit Carsten Daerrs luzidem Klavierspiel und Carlos Bicas singendem Kontrabass in Dialog und lässt Lieder voller Transparenz und lyrischer Feinheiten entstehen , die den Zuhörer fordern, verführen und faszinieren.

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[Michael Schiefel “Gay”]

30 Juni 2006

Konzerte ganzjährig auf Anfrage

Michael Schiefel (voc), Christian Kögel (git), Andreas Schmidt (p)

Homepage: www.schiefel.de

Sein Solodebut “Invisible Loop” verblüffte und faszinierte, sein zweites Album, die fast ausschliesslich aus Originalkompositionen bestehende Vokalsuite “I don’t belong” geriet zur introvertiert reflektierenden Bestandsaufnahme im Spannungsfeld von Raum und Bewegung, Identität und Flucht. Auf Michael Schiefels neuestem Album dreht sich alles um die Liebe. Sehnsucht, Eifersucht, Einsamkeit und Wiederbeginn: all das findet sich in Schiefels Projekt “Gay” wieder. Im Trio mit Andreas Schmidt (Piano) und Christian Kögel (Gitarre) erzählt Schiefel Liebesgeschichten von Ella Fitzgerald bis Portishead.

“Wenn ein Stück emotional stimmig ist, ist es doch wurscht ob man einen fremden Titel interpretiert oder einen eigenen. Es kommt doch darauf an, was man gerade braucht”. Ein überraschendes Statement eines Musikers, der in den letzten Jahren mit außergewöhnlichen Kompositionen und Arrangements begeisterte. Michael Schiefel hat aber eine schlüssige Erklärung dafür. “Mir war diesmal besonders wichtig, mit Musikern zusammen zu spielen und mich nicht ausschließlich auf mich selbst zu beziehen. Die Stücke sind verwurzelt in Situationen, die andere erlebt haben, die ganze Platte inklusive ihrer Entstehung kreist um Kommunikation, die Kern-Aussage ist eine gemeinschaftliche: wo sind die anderen, wo bin ich, wie sind wir gemeinsam oder eben nicht.”

Auf sehr persönliche Art interpretiert der Sänger nun selten gehörte, umso schönere Songs. “Die Idee war, dass die Lieder zum Thema Liebe, zum Thema gay und natürlich zu mir passen sollten.” In diesem Zusammenhang ist schnell geklärt, was es mit dem Titel des Albums auf sich hat. “Er spielt mit der Doppelbedeutung von gay”, grinst Michael Schiefel, “denn der Begriff ist nicht nur Synonym für Homosexualität, sondern steht eben auch für fröhlich. Und dieses Klischee vom ewig fröhlichen Schwulen, das ja völlig sinnlos ist, wollte ich auch ein bisschen brechen.”

Über ein Jahr nahm sich Schiefel Zeit, jene zehn Titel zu finden, die seine Gefühle am besten treffen und mit denen er sich am wohlsten fühlt. Statt die üblichen Verdächtigen zu zitieren grub Schiefel aus Büchern und alten Platten fast vergessene Lieder aus. Als bekanntesten und mit Abstand jüngsten “Hit” setzte er Portisheads “Glory Box” in die Mitte des Albums. Das eher dunkle Stück bleibt als dramatischer Moment nicht allein, auch andere Werke loten eher verschattete Facetten des Verliebtseins aus. “Liebe ist ja kein leichtfüßiges Spiel. Manchmal fühlt man sich ganz toll, weil es gerade mal ziemlich leicht ist, aber meistens ist es doch ganz schön kompliziert.”

Auch wenn Michael Schiefel nichts von seiner indivdualistischen Kunst verlernt hat erscheint das neue Album weniger extravagant als seine Vorgänger: “Ich hatte die Idee, dass es diesmal nicht notwendig ist, alles so stark zu verschnörkeln.” Umso mehr offenbart Gay neben wunderbarer Musikalität und intensiven Gefühlen auch wieder die enorme Ausdruckskraft dieser ungewöhnlichen Stimme. Mühelos changiert sie zwischen verschatteter Melancholie und Euphorie, haucht und schwelgt, schmachtet und wütet, kokettiert und provoziert bis in feminine Lagen. Zuweilen singt Schiefel augenzwinkernd mit sich selbst, dann wieder zieht er alle Register freier Improvisation bis zu bizarren, zuweilen elektronisch verfremdeten Scats. Tatsächlich kommt uns der Sänger in diesen Songs näher als je zuvor. Denn die Reduktion technischer Effekte und der Vokal-Akrobatik lässt Schiefels Präsenz und Persönlichkeit umso stärker strahlen. Zur neuen Direktheit entwerfen Schiefels stilsichere Begleiter Andreas Schmidt und Christian Kögel sparsame, nuancierte Klang-Räume. Filigrane Piano-Impressionen, atmosphärische Elektronik-Sounds, kleine dissonante Späße und Blues-Phrasen knüpfen ein feines Netz mit schwebenden Akkordflächen, splitternden Skalen und jaulenden Schreien der E-Gitarre. Oder, wie in dem ironischen “Get Happy”, mit skurriler Banjo-Begleitung. Im vielfach improvisierten Zusammenspiel zeigt sich das souveräne Können der beiden Berliner Profis. Schmidt spielte bereits mit Aki Takase, Lee Konitz und Gary Peacock, Kögel gewann mit seinem Trio Without the Cat mehrere deutsche Jazzwettbewerbe.

Anfang der neunziger Jahre begann die Karriere Michael Schiefels als professioneller Jazz-Sänger. Da studierte der Wahl-Berliner, 1970 in Münster geboren, noch Komposition an der Hochschule der Künste. Zwischen Projekten mit David Friedman, dem “Thärichens Tentett“ und “Jazz Indeed” fand Schiefel Zeit, seine Solo-Alben Invisible Loop (1997) und I Don´t Belong (2000) aufzunehmen. Wobei der Begriff “Solo” in diesem Fall wörtlich zu nehmen ist: Schiefel sang sämtliche “Instrumente” selbst ein und abstrahierte seine virtuosen Vokal-Eskapaden später am Computer teilweise so konsequent, bis sie wie Instrumente klangen. Die kühnen, mitunter fast halsbrecherischen Variationen, Schichtungen und Collagen brachten ihm viel Ruhm und Ehre, außerdem einige Tourneen in Europa, Afrika und Asien, unter anderem auf Einladung des Goethe Institutes. “Außer ihm beherrschen nur wenige ihre Stimmen so sehr, dass sie ganze Orchester in den Ohren der Hörer erzeugen”, konstatierte das ZDF, “Al Jarreau und (…) Bobby McFerrin sind Namen, die einem dazu einfallen. Aber Michael Schiefel macht etwas wirklich neues.” In “Klassik heute” lobte Ralf Dombrowski: “da wächst ein Künstler heran, der sich nicht auf die Gewissheiten anderer verlässt.”

Michael Schiefel ist viel zu sehr Gefühlsmensch, um mit den vermeintlichen Sicherheiten anderer zu kalkulieren. “Ich empfinde meine Platten wie Tagebücher”, lächelt der Sänger, “selbstverständlich hat Musik für mich auch einen therapeutischen Effekt.” Deswegen war I don´t belong ein einziger Alleingang, der sich mit dem Alleinsein befasste und entsprechend wesentlich introspektiver klang. “Gay geht jetzt durch alle Stimmungen, auch durch die harmonischen und glatten, die man in neutralen Lebensphasen wahrscheinlich so nicht spielen würde,” freut sich Schiefel, “aber so ist das eben, wenn man sich verliebt.”

Die Musiker

Michael Schiefel
arbeitet seit Anfang der 90er Jahre als Jazzsänger, u.a. mit David Friedman, Jazz Indeed und Thärichens Tentett. Mit seinen Solo-CDs Invisible Loop (1998, Traumton) und I Don1t Belong (2000, Traumton) ging Schiefel in Europa, Afrika und Asien auf Tournee, u.a. als Gast des Goethe-Instituts. Im Jahre 2001 wurde Schiefel zum Professor für Jazzgesang an die Hochschule für Musik “Franz Liszt” in Weimar berufen.

Andreas Schmidt
arbeitet seit Ende der 80er Jahre als Jazzpianist, u.a. mit Aki Takase, Lee Konitz, Gary Peacock und Katja Riemann. Er veröffentlichte u.a. die CDs berlin 1999 (1999, ZeroZero) und Going Home (2001 Minor Music) mit Lisa Bassenge. Schmidt tourt mit diversen Projekten durch Europa und die U.S.A. Seit April 2001 ist Schmidt Dozent für Klavier und als Korrepetitor and der HfM “Hanns Eisler” Berlin beschäftigt.

Christian Kögel
lebt seit 1990 in Berlin und gründete im selben Jahr sein eigenes Trio Without the Cat, mit dem er mehrere Jazz-wettbewerbe in Deutschland gewann. Er ist Mitglied diverser Berliner Bands ( Jerry Granelli & UFB, Flexkögel, Katja Riemann Oktett, u.a.), sowie überregionaler Formationen (Basie & the Beach Boys, Jerry Granelli’s V 16 Project, feat. A. Cox & D.Tronzo, DJ Stinkin’ Rich, …), mit denen er zahlreiche CD’s veröffentlichte. Kögel konzertierte u.a. auf Jazzfestivals in Ottawa, San Francisco, Halifax, New York, Iowa City, Vancouver und Montreal.

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