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[Christian Zehnder - kraah trio]

Konzerte ganzjährig auf Anfrage

Christian Zehnder: Stimme, Obertongesang, Jodel, Laudola, Bandurria, Wippkordeon, Bandoneon
Michael Pfeuti: Kontrabass
Thomas Weiss: Perkussion

Homepage: www.zehndermusic.ch
MySpace: myspace.com/christianzehnder

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Aktuelle CD: kraah
Traumton Records 4515 / Veröffentlichung 12.09.2008

Zehnder, ein aussergewöhnlicher Stimmkünstler, der sich in den vergangenen Jahren mit dem Duo stimmhorn international einen Namen machte, prägt als Musiker und Performer eine neue, innovativ-heimatliche Musik. Er experimentiert an den Grenzen der menschlichen Stimme, lässt sie pfeifen, krächzen, zirpen und gurren. Ohne Worte zu gebrauchen, evoziert er mit seinen Kompositionen Geschichten und kommuniziert so in seinen Gesängen über alle Sprachgrenzen hinweg. Wie die wortlosen Lieder der Raben singt Zehnder den Vögeln gleich.

Als einer der wenigen Vertreter des europäischen Obertongesanges schafft Christian Zehnder Klangräume zwischen dem erdverbundenen Grollen der Heimat und dem Schwirren weiter Ebenen. Er bringt neue Impulse in eine lange von der New-Age Szene verklärte und okkupierte Vokaltechnik, indem es ihm auf wunderbare Weise gelingt, den mystischen Obertongesang in seine Kompositionen zu integrieren. Es erklingen heimatliche und doch unbekannte, geheimnisvolle, nicht zuordenbare Töne, ohne das Volkstümliche zu zelebrieren.


Biographie
Christian Zehnder - Stimme, Knopf- und Seiteninstrumente
1961 in Zürich (CH) geboren. Lebt und arbeitet in Basel / CH. Nach einem abgebrochenen Gitarrenstudium studiert er Gesang, u.a. bei Baritonsänger Raphael Laback und schliesst mit Diplom als Stimmpädagoge ab. Weiterbildungen in Obertongesang bei Tokne Nonaka [J] und Körperstimmtechniken nach Alfred Wolfsohn bei Daniel Prieto (P). Ausserdem langjährige intensive Auseinandersetzung mit dem nonverbalen Ausdruck der menschlichen Stimme sowie den Jodel-Kommunikationsformen unserer Welt. Kontinuierliche Weiterentwicklungen der europäischen Obertongesangstechniken.
1996 initiiert er zusammen mit dem Bläser Balthasar Streiff das inzwischen international renommierte und mehrfach ausgezeichnete Duo stimmhorn (weitere biographische Infos www.stimmhorn.ch ). Konzerttouren in Europa, Kanada, Afrika, Japan, Pakistan u.a.m. Projekte mit dem tuvinischen Quartett Huun-Hur-Tu, dem Südafrikanischen Obertonchor Noquolnquo u.a.m. Er arbeitet als Schauspielmusiker im Theater, als Sänger in verschiedenen Musikformationen und realisiert musikalische Soloprojekte im Bereich Theater und Performance (u.a. «Genom Genesis» Berlin Gorky Theater, «Talk with my turntables» Basel / Théatre de Vidy Lausanne. Er realisiert Kompositionsaufträge für Film, Fernsehen und Radio, sowie Lehraufträge für Obertongesang, Stimmtechnik und Chor im In- und Ausland.


Presse

Zehnder

Jazzthetik 11/2008
Voll im Rabentrend.
Der Schweizer Obertonsänger Christian Zehnder und das »innere Tier«.
Von Ulrich Kriest.

“Zehnder Kraah, träumende Krähe. Im Duo Stimmhorn (mit Balthasar Streiff) hat es der Schweizer Christian Zehnder bereits internationalen Bekanntheitsgrad erlangt. Der Wahlbasler beherrscht alpinen Jodel und asiatischen Obertongesang aus dem ff. Das aktuelle Soloprojekt “kraah” ist eine Art Konzeptalbum und verwendet das Bild des Raben, des bekannten einheimischen, düster-geheimnisvollen Vogels. Weniger bekannt ist das außerordentlich grosse Stimmspektrum des Raben. der zu den Singvögeln zählt. Im Trio mit Georg Breinschmid und Drummer Thomas Weiss sowie einigen Gästen (Streicher Noldi Alder, Anton Bruhin am Trümpi -einer Maultrommel- oder das casalQuartett) - lotet Zehnder ein atemberaubendes Stimmspektrum aus - dem Raben in ihm gleich. Faszinierende Stimmkunst.”
www.cinesoundz.de, 14.10.2008

“Der Schweizer Christian Zehnder setzt seine ganz eigene Form von Obertongesang gegen alle Klischees, wie er auf seiner ersten Solo-CD “kraah” beweist. Was als Jodeln beginnt entwickelt sich bei ihm zu einem Popsong, Obertongesang und Opernarie gehen nahtlos ineinander über, Lautmalereien grooven mit dem Kontrabaß um die Wette und dramatische Kehlkopflaute werden von einem wütenden Streichquartett umspielt. Zehnders Singen erzeugt ein Wechselbad an Zuständen und Stimmungen, er jodelt, juchzt, jammert, gluckst, schreit, schnalzt, gurrt, kräht.”
WDR5, Scala, Anna Bianca Krause, 2.10.2008

“Der Schweizer Christian Zehnder hat sich den Raben verschrieben. Mit Obertonstimme und brachialer Jodeltechnik, Wippakkordeon, Bandoneon und allerhand Gastmusikern spürt er den schwarzen Vögeln nach. So entsteht eine seltsame, aber immer zwingende, rhythmisch geerdete Musik, die die Räume des menschlichen Organs auch ins Unbekannte weitet. Ein nie gehörter Alpen sound, der Verbindungen bis nach Asien und Afrika offenhält – Maultrommel, Standbass oder Streichquartett einschließend. Eine ganz individuelle Klangreise. Ein archaisches Zeugnis mitten in der Jetztzeit. Wunderbar!”
Musik ****
Klang *****
www.fonoforum.de, Tilman Urbach, 9/2008

Der Ausnahmevokalist Christian Zehnder hat sich für sein aktuelles Album als Sinnbild den Raben gewählt. Denn was man kaum vermutet, die Rabenvögel werden von den Ornithologen als Krönung der Singvogelevolution angesehen.Mit Raben verbindet man zunächst eine düstere Stimmung. Beispiele hierfür finden sich in Edgar Allan Poes Gedicht „Der Rabe“, wo der Vogel einen verzweifelt Liebenden in den Wahnsinn treibt. Und in der germanischen Mythologie sitzen auf den Schultern des Göttervater Wotan zwei Raben, die ihm berichten, was sich auf der Erde zuträgt. Für sein Solodebüt „Kraah“ hat Christian Zehnder ebenso ein düsteres Coverfoto gewählt, auf dem er mit aufgestelltem Kragen vor schwarzem Gefieder posiert.
Der experimentierfreudige Neuerer des schweizerischen Jodelngesangs interessiert sich jedoch vor allem an dem außerordentlich großem Stimmenspektrum der Rabenvögel, das von einem leisen Plauder-Gesang bis hin zum tiefen Krächzen reicht. Bereits als Mitglied des Duos Stimmhorn ist der Spezialist für Obertongesang in neue Klangräume vorgestoßen und hat auf ganz wunderbare Weise die traditionell volkstümliche Vokalkunst der Schweiz mit neuen Facetten angereichert. Zehnder gehört neben Erika Stucky und Noldi Alder zu einer neuen Generation von Schweizer Stimm-Artisten, die der Regisseur Stefan Schwietert in seinem großartigen Dokumentarfilm „Heimatklänge“ (ARTE-CD-Tipps 13.11.07) portraitiert. Sie nützen den traditionellen Vokalruf, der ohne Worte und semantische Bedeutung auskommt, als Ausgangsbasis für ihre gesanglichen Improvisationen und expressive Stimmakrobatik.
Für sein Soloprojekt arbeitet Zehnder mit dem Kontrabassisten Georg Breinschmid und dem Perkussionisten Thomas Weiss als feste Musiker zusammen. Darüber hinaus wurden für die Albumproduktion als Gastmusiker das Streicherensemble casalQuartett, Noldi Alder an der Violine sowie Christoph Marthaler an der Blockflöte eingeladen. Zehnder hat bereits mehrfach als Schauspielmusiker für den Schweizer Theaterregisseur gearbeitet, der für seinen neuartigen Inszenierungsstil berühmt ist. Im Unterschied zu Stimmhorn forciert Zehnder bei seinem Soloprojekt eine eigenwillige Spannung zwischen seinem nonverbalen Gesang und den Instrumenten, die er als Kontrapunkte einsetzt. Faszinierend frei schwingt Zehnders Stimme zwischen Wort und Laut, die ebenso zwischen traditioneller und zeitgemäßer Interpretation pendelt. Mit Hilfe des Komponisten Fortunat Frölich, der das Stück „Chummer“ für erweitertes Streicherquartett arrangierte, wurde Zehnders langgehegter Wunsch erfüllt, den Obertongesang in Verbindung mit klassischer Orchestrierung zu präsentieren.
www.arte.tv, Matthias Schneider, 26.9.2008

“Christian Zehner aus Basel irgendwo musikalisch einzuordnen fällt schwer. Er ist ein Stimmakrobat, der sich zwischen Folklore, Jazz und zeitgenössischer Orchestermusik bewegt, er ist Musiktherapeut, Stimmpädagoge, Theaterschauspieler und Performance-Künstler in einem. Seine Präferenz liegt aber eindeutig in der nonverbalen Ausdrucksform der Stimme, im Aufspüren neuer Vokaltechniken und in der Ausübung derselben vor Publikum. Zehnder kam über das herkömmliche Gesangsstudium zu alternativen Formen der Jodel-Kommunikation und schließlich zum europäischen Obertongesang, der sich vom mongolischen dadurch unterscheidet, dass er auf westlichen Ideen basiert. Neben seinen Soloprojekten arbeitet Zehnder vor allem mit seinem Stimmhorn-Kollegen Balthasar Streiff zusammen. Für dieses Projekt jedoch hat er sich mit anderen Musikern zusammen getan. Es begleiten ihn Georg Breinschmid am Kontrabass und Thomas Weiss, Perkussion. Als Gäste treten auf: Christoph Marthaler (Blockflöte), Don Li (Klarinette), Noldi Alder (Violine), Anton Bruhin (Trümpi – eine Art Maultrommel) sowie das Streicher-Quartet Casal. Der CD-Titel „Kraah” ist ein Hinweis auf Rabenvögel. Ihnen will es Zehnder – zumindest partiell – gleichtun. Er experimentiert singvogelgleich mit der menschlichen Stimme, er pfeift, krächzt, zirpt und gurrt. Mal komplett für sich alleine, mal im Verbund mit den Musikern. Das ergibt dann zum einen eine markige experimentelle Urwüchsigkeit, zum anderen aber auch jazzartig-harmonische Klangkörper von entrückter Schönheit. Zehnder versteht es wie kein Zweiter, Oberton, Jodel und andere nicht zuordenbare Töne zu modulieren und zwischen ihnen zu changieren. Dank der reichhaltigen Instrumentalbegleitung wird diese CD folglich auch nie eintönig. „Einen Vogel im Rachen nisten lassen” umschreibt am besten, was sich auf diesem Tonträger abspielt. Christian Zehnder ist ein magisch-genialer Rabenvater.”
www.sound-and-image.de, 9/2008

“Der Schweizer ist ein Stimmakrobat mit Melodien und Humor, Geist und Gefühl. Bekannt geworden u.a. mit dem unkonventionellen Duo “Stimmhorn” holt der Individualist Jodler und Obertongesang aus der folkloristischen (asiatischen) bzw. esoterischen Ecke und stellt sie in den Kontext von Rock, Jazz und Neuer Musik. Prominent begleitet von Rahmentrommel und anderer Perkussion, Kontrabass, Akkordeon oder Klarinette, Violine, Flöte oder dem Casal Quartett entstand eine außergewöhnliche CD.” (kra)
***** (Höchstwertung)
Journal Frankfurt, 17.9.2008

“Das Album Kraah ist das Solodebüt des schweizer Sängers Christian Zehnder. Der Titel deutet den Ruf des Raben an. Trotz ihres rau klingenden Tons werden die Raben als Krönung der Singvögelevolution bezeichnet. Ihr Plaudergesang hat es in sich – sie haben ein riesiges Stimmpotenzial. Christian Zehnder wählt den Obertongesang. Er will die Möglichkeiten des Kehlkopforgans und die damit verbundenen Resonanzräume ganz ausschöpfen.
So experimentiert er an den Grenzen der menschlichen Stimme, lässt sie pfeifen, krächzen, zirpen und gurren – und schafft Lieder jenseits der Worte. Auch das Jodeln hat es dem ausgebildeten Baritonsänger angetan. Es hat ihm das Verständnis der Naturstimmen verschiedener Kulturen näher gebracht. Mit seinem Ensemble lässt Christian Zehnder auf zehn packenden Tracks heimatliche und gleichzeitig unbekannte und beglückend eigensinnige Töne erklingen.”
Michael Seyfert, RBB Kulturradio 20.08.2008, Bewertung: großartig

“Zehnder – Ortlose Volksmusik
Die zerklüfteten Bergwelten der Alpen haben so manches ungewöhnliche Vokalgenie geboren. Im prävirtuellen Zeitalter konnte die orale Kommunikation von Berg zu Berg immerhin das Überleben sichern. Zu den Künstlern, die dieses Erbe selbstbewusst weiterführen gehört das schweizerische Duo Stimmhorn. Dessen Sänger Christian Zehnder fand jetzt heraus, dass es sich selbst am Hang auf zwei Beinen besser steht als auf einem, und überrascht die Musikwelt mit einen Solo-Debüt. Von alpiner Exotik ist da allerdings nur noch wenig zu spüren. „Kraah“ (Traumton/Indigo), so der Titel, ist eher ein kompaktes Rockalbum mit hohem Jodel- und Obertonanteil, der verblüffend organisch ins Bandkonzept eingegliedert wurde. „Ich habe Stimmhorn immer noch gern“, gesteht Zehnder, „doch ich wollte auch mal mit den Grooves und eingängigeren Harmonien arbeiten. Das Publikum springt auf dieses Konzept viel direkter an.“
Die Musik auf „Kraah“ scheint zu keinem konkreten Ort zu gehören. Zehnder sucht nicht nach Verbindungen offensichtlicher Komponenten, sondern entfaltet die Geografie einer ganz eigene kleinen Welt, die in sich so stimmig ist, als beschreibe er die Quintessenz einer Jahrtausende alten Tradition. „Es geht darum, die richtigen Zeichen zu setzen“, begründet Zehnder seinen Alleingang, bei dem ihn u.a. Georg Breinschmid (Kontrabass) und Thomas Weiss (Perkussion, Schlagwerk) unterstützt haben. „Die alternative Volksmusik boomt, und doch erliegt auch sie dem Gesetz der Trägheit. Ich habe lange überlegt, wie es weitergehen soll und wo die logischen Konsequenzen dessen liegen, was ich seit Jahren tue. Irgendwie resultiert daraus mein eigener Blues.“
„ Kraah“ ist ein ebenso verträumtes wie urbanes Album, aber die meistens pastoralen Träume werden heute sowieso in der Stadt geträumt. Der Entwurf von Zehnders vokaler Klangarchitektur ist kühn, weil er ohne jede Sentimentalität und artifizielle Verspannung auskommt. Ein großer Stimmkünstler unserer Zeit entwirft nicht weniger als eine ideologiefreie Volksmusik der Zukunft, für die der Kanon der tradierten Idiome nur noch den Wert einer universalen Bibliothek besitzt.”
Jazzthing, September 2008, Wolf Kampmann

“Zürich, Moods. - «Kraah» sagt, singt er gleich im ersten Stück, gibt sich auch in seiner Gestik als Rabe, simuliert mit Armen Flügel: Sollten wir im Vortrag eines Vogelkundlers sein? Aber nein. Christian Zehnder, bekannt vom Duo Stimmhorn, stellte am Freitag vor begeistertem Publikum sein erstes Soloalbum «Kraah» vor. Ein seltener Singvogel ist Zehnder, ein Stimmkünstler, der mit dem Kehlkopf seinen eigenen Ton gefunden hat, die Resonanzräume in sich ausschöpft, Obertontechniken nutzt, auch juchzt, jodelt.
Im Moods lässt sich Zehnder, der selber auch Saiteninstrumente bedient, von einem Duo aus Schlagzeug und Kontrabass begleiten. Filigran, durchsichtig sind die Begleittexturen, und das ist genau das Richtige für seine Stimme, die den Abend fast vollumfänglich prägt. Den konzentrierten Gestus eines Schauspielers hat Zehnder, das Deklamatorische eines klassischen Sängers (gut, dass das im Konzert sichtbar wird, auf CD geht das leider verloren). Manchmal ist er schneidend eindringlich, ein Dramatiker, der die Aufmerksamkeit fesselt. Sein Perfektionsanspruch lässt ihn jeden Ton sorgfältig formen, einen wohl durchdachten Bogen spannt er über das eine lange Set, das er spielt.«Chummer», sagt er ein Stück an. Herzergreifender Gesang folgt, die wortlose Klage eines sich krümmenden Schmerzensmannes. Zehnder, der in anderen Stücken auch voller Witz ist, erscheint bei all seiner Wortlosigkeit keineswegs sprachlos, sondern als veritabler Erzähler; er lässt Sprachlaute auf seiner Zunge zergehen, kostet ihre Akustik aus, ein Gourmet der Knack-, Zisch- und sonstigen Laute, und: Man hat bei seinen nonverbalen Klangereignissen immer das Gefühl, dass einem hier von tiefem Erleben erzählt wird. Das unterscheidet Zehnder von Stimmkünstlern wie Lauren Newton oder Phil Minton, deren Lautmalereien einem kaum je als Geschichte vorkommen wollen; man würde darum Zehnders wortlose Erzählkunst auch nicht als experimentell bezeichnen wollen. Rein handwerklich verfügt Zehnder über ein sehr geschultes Organ. Und ein äusserst wandlungsfähiges dazu. Ja, Zehnder verwandelt sich an diesem wunderschönen Konzertabend mit seiner Stimme in einen Raben. «Kraah, kraah!» Und auch noch in Lerchen und Rohrspatzen, in Elstern und Kolibris. Für Details müsste man wohl jetzt doch einen Ornithologen fragen.”
Tages Anzeiger, Feb. 08

“Der helvetische Vokalakrobat ist vom Duo Stimmhorn auch in deutschen Breiten bekannt, jetzt veröffentlicht er unter eigenem Namen. Inspiriert hat Zehnder das Krächzen, das Plappern und Rauschen der Raben, und auf dieser ornithologischen Grundlage entrückt er seine Stücke auf die Ebene des Unsagbaren und Vielsagenden. Er schafft eine Sphäre, die an Jazz, an Folk, an alpinen aber auch zentralasiatische Bezirke grenzt, aber selbstbewusst ein neues Reich gründet. Kehlkopf-Bordune formen mit schnaufend-hechelnden Mittellagen und pfeifend-säuselnden Obertönen eine faszinierende Textur, die auch unvermittelt mal – von afro bis alpin - in hochvirtuoses Jodeln hinübergleiten kann, selbst in stilisierte, barocke Opernattitüde von Bass- bis Kastratlage. Und verschmitzt kommt sogar ein wenig Funk um die Ecke.Das Schwyzerdütsch, aber auch das Englische werden als lautmalerisches Kolorit eingespannt, sind als solches kaum mehr identifizierbar, tönen eher wie ein Mantra, wie ein Schamanen-Rap. Begleitet wird Zehnder vom singend-swingenden Bass Wolfgang Breinschmids und einer mal jazzig, mal meditativ, mal nahöstlich angehauchten Perkussionskunst, die Thomas Weiss beisteuert. Klarinettenhauch schweift durch die Arrangements, und immer wieder ist das Wippcordeon als treuer Begleiter mit Kissen aus Orgeltönen oder neckischen Einwürfen präsent. Am Ende sogar ein Kammerorchesterwerk, in dem Zehnder sein gewaltiges Ausdrucksspektrum der menschlichen Stimme nochmals bündelt. Ein großes Abenteuer.”
Blue Rhythm/JazzMag, Jan. 08

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