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[Johnny La Marama]

03 April 2009

Konzerte ganzjährig auf Anfrage

Kalle Kalima (FIN): guitar Chris Dahlgren (USA): bass Eric Schaefer (G): drums

Homepage: www.traumton.de
Myspace: www.myspace.com/johnnylamarama

Johnny La Marama
Aktuelle CD “Bicycle Revolution”
Traumton Records 4523
Veröffentlichung 24.04.2009

„Johnny, komm bald wieder!“ Dieser Ruf hallt seit Johnny La Maramas letzten Album „…Fire!“ von den Mauern sämtlicher Metropolen dieser Welt wider. Der unwiderstehliche Charme zwischen Tom Waits, Sun Ra und Spaghetti Western, dieser ansteckende ästhetische Ungehorsam, diese unbändige Lust am Tabubruch, diese aberwitzige Tour de Force durch die Grauzonen der Prämoderne, diese Mutter aller Bastarde zwischen Futurismus und Anachronismus musste jeden, der mit diesem Album je in Berührung gekommen war, einfach süchtig machen. Doch Johnny La Marama ist unberechenbar. Denn hinter seinem Namen verbirgt sich nicht etwa eine gewöhnliche Band, sondern der personalisierte Freigeist, der drei notorische Nonkonformisten der Berliner Szene vereint. Trotz allen Wartens sollte es dennoch drei lange Jahre dauern, bis Johnny den Ruf erhörte und zu seinen Fans zurückkehrte.

Ist Johnny auf seinem neuen Album „Bicycle Revolution“ nun ein anderer geworden? Wieder manifestierte er sich über seine getreuen Jünger, Gitarrist Kalle Kalima, Bassist Chris Dahlgren und Drummer Eric Schaefer. Wieder ist es dieser unverkennbare Sound, der sich niemals festlegt, alles zulässt und nichts ausschließt. Vom Prinzip her hat sich also nicht geändert. „Wenn Johnny ruft, müssen wir uns treffen“, hatte Eric Schaefer schon anlässlich des letzten Albums erklärt. „Johnny ist ein Kind, das wie ein Baby geboren wurde, und dann seinen Charakter ausprägte“, ergänzt Chris Dahlgren mit Blick auf die neue Platte. „Wir folgten der Entwicklung dieses Charakters. Diese Band ist mehr als mein, Erics oder Kalles Kind. Wir alle haben unsere eigenen Projekte. Wenn wir zusammenkommen, bestimmt Johnny alles. Er trifft Entscheidungen, fliegt in eine bestimmte Richtung, und wir folgen ihm.“

Der Vergleich mit dem Baby kommt nicht von ungefähr. Schaefer und Dahlgren sind seit dem letzten Album stolze Väter geworden, Kalima hat bereits zwei Kinder. Zog es Johnny auf der letzten Platte noch hinaus in die weite Welt, in bizarre Wüsten, imaginäre Metropolen und an exotische Strände – Orte, an denen er sein ungezwungenes Vagabundendasein hemmungslos ausleben konnte – so ist er jetzt sesshaft geworden. Die Heimat seiner dritten Platte in sieben Jahren ist Berlin. Nun sind die drei Protagonisten von Johnny La Marama ja schon seit Gründung ihrer Jazz-Guerilla an der Spree zuhause, doch bislang definierten sie sich hauptsächlich über ihre kosmopolitische Identität. Kalima ist Finne, Dahlgren Amerikaner und Schaefer Deutscher. Drei völlig unterschiedliche Temperamente, die aufeinanderprallen und in einer Art Kernschmelze Energie freisetzen. Auch heute wollen sie noch nichts von einem typischen Berliner Sound wissen. „Wir sind immer noch eine internationale Band, aber vielleicht haben wir begriffen, dass es uns nirgendwo sonst als in Berlin geben könnte“, meint Kalima und Dahlgren nimmt den Faden auf. „Wir haben den Blues. Das unterscheidet uns von vielen anderen Berliner Bands. Wir mögen es, stumpf zu sein und mit dem Hintern zu wackeln. Wir mögen den Groove. Ohne dieses Element wäre unsere Musik gar nicht denkbar. Vielleicht ist das Album wirklich etwas mehr geerdet als zuvor. Das haben wir uns aber vorher nicht vorgenommen. Johnny hat uns das diktiert. Er ist dieser Typ, der eine Menge Fehler macht und uns oft in die falsche Richtung führt. Und dann müssen wir eine Entscheidung treffen.“

Womit er den Nagel auf den Kopf getroffen hat. Frönen Kalima, Dahlgren und Schaefer aufs erste Ohr ihrem typischen elektrischen Trio-Sound, der meist knapp unter und manchmal auch ein gewaltiges Stück über dem Limit angesetzt ist, jenem verwegenen Großstadt-Blues, der bis zur Detonation groovet, ist ihr Gebräu doch viel direkter und alltagstauglicher geworden. Statt des sehnsuchtsvollen Exotik-Fakes im Gangsterkostüm, den sie auf der letzten CD zelebrierten, verteidigen sie diesmal hartnäckig ihren urbanen Vorgarten. Drei Söldner im Dienste der grünen Revolution. „In den letzten drei Jahren hat sich viel Material angehäuft“, seufzt Dahlgren. „Wir können jede nur denkbare Musik spielen, aber es hat uns eben drei Jahre gekostet herauszufinden, was Johnny will.“

Die Troika unter dem Banner Johnny La Maramas besteht aus leidenschaftlichen Eklektizisten. Jeder der drei Musiker kommt aus seinen zahlreichen separaten Projekten mit Ideen unterschiedlichster Beschaffenheit und Herkunft zu Johnny. Sie könnten spielend jeden Monat ein Album rausbringen. Doch das wäre nicht mehr Johnny, denn laut Dahlgren geht es ja genau um die heikle Frage, was passt und was nicht. „An diesem Punkt kommt Johnny ins Spiel. Wir können es nicht erklären, aber wir wissen, wann es soweit ist. Wenn alle drei Mitglieder zustimmen, dann ist das Johnny.“ Das sei aber leichter gesagt als getan, findet Kalima, „denn wir sind ja immer noch ausgeprägte Individualisten. Wir alle komponieren und wollen manchmal in ganz unterschiedliche Richtungen. Es gibt zwei Wege, ein Stück zu entwickeln. Entweder wir komponieren gemeinsam. Oder jemand ein Stück mit, über das die anderen die Nase rümpfen oder sich alles ganz anders vorstellen. Und doch entsteht immer etwas Gemeinsames daraus.“

Der Soundtrack zur „Bicycle Revolution“ ist vollgestopft mit Tiefgründigkeiten, Assoziationen und Informationen. Doch wo andere Musiker zuerst über etwas nachdenken und es dann in Musik gießen, funktioniert es bei Johnny La Marama genau umgekehrt. Drei Intellektuelle, die sich mal so richtig in ihrer Musik gehen lassen und erst danach darüber nachdenken, was sie eigentlich ausgesagt haben. „Wenn wir als Johnny La Marama zusammenkommen“, bestätigt Dahlgren „ stöpseln wir einfach die Instrumente ein und beginnen zu jammen. Es ist ein Ritual, über das wir nicht reden.“

Johnny La Marama ist eine Band, die keine Eile hat. Jede Idee hat die Zeit zu reifen, bis sie stimmig ist. Fehler, ja selbst Scheitern wird bewusst in Kauf genommen, um neue Konzepte zur Vollendung zu führen. Am Ende steckt Johnny selbst für seine drei Protagonisten voller Rätsel. „Wann immer wir glauben, ihn zu kennen, macht er das Gegenteil. Er hat einen Haufen Tricks darauf und löst stets riesiges Chaos aus. Man kann den besten Plan haben, er macht ihn zunichte. Hinter all seinen Plänen steckt die Katastrophe. Perfekte Auftritte überlassen wir anderen. Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass es ist okay ist, wenn man mal total daneben liegt. Denn man sich vornimmt, keine Fehler zu machen, dann macht man erst recht welche.“

So kann man die „Bicycle Revolution“ zu guter Letzt auf eine ganz einfache Formel bringen: Johnny La Marama feiert mit seinem neuen Album das Leben selbst mit all seinen Höhen und Tiefen und bricht vom Boden der Tatsachen auf zur Tour de Force durch die Vorgärten des ganz normalen Wahnsinns.

Presse:

“Hinter dem Kunstnamen Johnny La Marama verbirgt sich ein Berliner Trio, das den Jazz als Spielwiese für ihre musikalischen Experimente nutzt.
Johnny La Marama haben in der Presse- und Musikwelt bereits mit ihrem Debüt für viel Aufmerksamkeit gesorgt, das bezeichnenderweise den Titel „…Fire“ trägt,. Es ist ihre unkonventionelle Art, die begeistert, wenn das Trio Jazz mit zahlreichen Genres mischt, und dadurch eine faszinierende Dynamik und Energie freisetzt. Seitdem sind drei Jahre verstrichen, in denen der finnische Gitarrist Kalle Kalima, der amerikanische Bassist Chris Dahlgren und der deutsche Schlagzeuger Eric Schaefer in zahlreichen Projekten neue Erfahrungen gesammelt haben, unter anderem Letzterer bei dem grandiosen Jazztrio [em]. All diese flossen nun in das Nachfolgealbum „Bicycle Revolution“ ein, das in seiner Art wiederum einzigartig ist. Denn erneut wirbelt das muntere Trio gängige Konventionen durcheinander, wie man bereits bei dem Eröffnungssong „Andy Summers“ hören kann. Der Titel ist eine Reminiszenz an das Spiel des gleichnamigen Police Gitarristen, das sie im weiteren Verlauf des Tracks mit Frank Zappa-Variationen versetzen. Und „Columbine And Mingus“ ist wiederum eine Ehrerbietung an den legendären Jazzbassisten Charles Mingus. Der melodietragende Kontrabass wird mit sanften Slide-Gitarre-Tönen kombiniert, während im Hintergrund die Jazzbesen über die Snair wischen. Irgendwo zwischen diesen beiden Polen, zwischen Rock und Jazz, zwischen Summers und Mingus, sind die einzigartigen Johnny La Marama anzusiedeln. Sie sind Querdenker und Musikliebhaber, und vor allem kennen Johnny La Marama keine Berührungsängste. Wer Überraschungen liebt, wird seine wahre Freude mit den drei Jungs haben, denn ihre Songs sind unberechenbar schön.”
www.arte.tv/de/Kultur-entdecken/, Matthias Schneider

“Johnny La Marama - Der vierte Mann
Um Johnny La Marama zu verstehen, muss man ein wenig über die Geschichte des Gesamtkunstwerkes wissen. Ersonnen einst in der Romantik, ad absurdum geführt in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts, spukt es als Konzept noch immer durch die Walhalla der europäischen Kulturgeschichte. Trifft es auf Ouerköpfe wie den Gitarristen Kalle Kalima, den Basisten Chris Dahlgren und Schlagwerker Eric Schaefer, pasiert etwas Sonderbares. Dann kann aus dem Geiste global-urbaner Ironie eine Fantasie-Figur wie Johnny La Marama entspringen, die als Folie für haarsträubende, zuweilen urkomische Musik dient. Denn dieser fiktionale Halbwelt-Loser ist der Nabel, um den sich die Klanganarchie desTrios dreht.
Seine imaginäre Biografie ist der Bezugspunkt von ,,Bicycle Revolution” (Iraumton/lndigo), einem wunderbar verschrobenen Kommentar zur ldee der großen Kunst. “Wir saßen im Flieger”, erinnert sich Eric Schaefer an die Anfänge des aktuellen, dritten Programms der Band. ,,Chris hatte den ,Economist’ dabei und fand einen Artikel über Bob Denard, einen französischen Söldner, der Militär-Coups in vielen Ländern der Erde gelandet hat. Er hat seine Aktionen oft mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Gummiboot ausgeführt, und das war so absurd, eine Mischung aus Lachnummer und einem Symbol für das koloniale Frankreich, dass wir uns diese Figur irgendwie angeeignet haben. Denn sie hatte auch etwas Lyrisches - woraus die verschiedenen Geschichten der Lieder entstanden, von denen wir glauben, dass Johnny sie erleben kann.” Das Konzept der Sublimierung des Konzeptuellen in der Stilisierung ist die eine Seite. Darüber hinaus ist Johnny La Marama eine der cleversten Gitarrenbands, die die Berliner, eigentlich sogar die europäische Szene derzeit zu bieten hat. Denn Kalima, Dahlgren und Schaefer gelingt es mit betörender Lakonik, als Jazzer zu rocken, bis die Röhren knacken. ,,Bicycle Revolution” hat Garagenflair und Dada-Esprit, es verquirlt den ganzen Post-Prog-Rock-lmpro-Schwurbel ambitionierten Lärm-Gelümmels zu einem persönlichen Statement dreier famoser Musikclowns, die sich unüberhörbar blendend verstehen.”
Jazzthing #78, Juni 2009, Ralf Dombrowski

“Was gibt es schöneres, als sich jetzt im fortgeschrittenen Frühjahr auf das Fahrrad zu setzen und ins Grüne zu radeln. Aber Vorsicht! Passen Sie auf Ihrer Tour auf, dass Ihnen nicht Johnny La Marama in die Quere kommt. Der hat nämlich die Fahrrad-Revolution ausgerufen und rast so manches mal übermütig von rechts nach links über die Fahrbahn, natürlich ohne sich um andere Verkehrsteilnehmer zu scheren. Da hilft es nur, vom Rad zu springen oder diesem zweirädrigen Verkehrsanarchisten einen Stock zwischen die Speichen zu schieben. Aber auch ein Sturz wird seine Amokfahrt nur kurz unterbrechen. Johnny La Marama ist nicht der Typ, der liegen bleibt.
Die Kunstfigur Johnny La Marama, hinter der sich das Trio um den finnischen Gitarristen Kalle Kalima, den amerikanischen Bassisten Chris Dahlgren und dem deutschen Schlagzeuger Eric Schäfer verbirgt, wütet auch auf seiner dritten CD„Bicycle Revolution“ gegen den Zeitgeist. Kalle Kalima lässt dabei seine Gitarre zuweilen in heftig fräsenden Tönen aufjaulen, was starke Affinität zum härteren Rock zeigt, als man Jazzmusikern gemeinhin zugestehen mag. Und doch bleiben die Melodien trotz ihrer Vielschichtigkeit und Komplexität fragmenthaft und zuweilen brüchig. Es ist ein Sound, der alles zulässt und nichts ausschließt. „Wenn Johnny ruft, müssen wir uns treffen,“ hatte Eric Schäfer schon über das letzte Album gesagt, und es scheint ganz so, als hätte dieser wilde Zeitgenosse immer noch Gewalt über seine drei Gefolgsleute. Johnny La Marama feiert also wieder eine musikalische Orgie, und wir dürfen akustisch dabei lauschen. Ein Hoch auf die Revolution!”
Jazz Corner, 31.5.2009

Frank Zappa hätte seine Freude gehabt, Charles Mingus und Karlheinz Stockhausen auch: Guerillabehaftete und unberechenbare Avantgarde trifft Jazz und kreuzt sich mit wagemutigen Gitarrenriffs, spektakulären Bassläufen sowie treibenden Trommelsquenzen. Hinter dem Trio steckt der finnische Gitarrist Kalle Kalima, der Amerikaner Chris Dahlgren am Tieftöner sowie der Berliner Eric Schaefer am Schlagzeug. Vom Jam-Vergnügen in imaginären Sphären bis zum Underground-Trash zeigt sich die nicht zu bändigende Troika experimentierfreudig.
Kieler Nachrichten, Dieter Hanisch, 5.5.2009

“Drei Herren aus Berlin, die die Wände wackeln lassen. Der Finne Kalle Kalima (Gitarre), der Amerikaner Chris Dahlgren (Bass) und der Deutsche Eric Schaefer (Drums) haben sich unter dem Namen „Johnny La Marama” dem experimentellen Gitarren-Jazz verschrieben und toben sich dort nach ihrer Herzen Lust weidlich aus. Das kann im geordneten Chaos enden, aber auch im destruktiven Wohlklang. Alle drei Protagonisten kommen aus separaten Projekten, entsprechend individuell sind Ansichten, Vorstellungen und Vorlieben, entsprechend verquer der Sound. Und doch kann man sich einer gewissen Faszination nicht entziehen. Denn gerade weil hier ein sich ständig erneuernder musikalischer Katastrophenzustand heraufbeschworen wird, sitzt man zeitweise wie ein paralysierter Hase im Scheinwerferkegel bzw. vor den Lautsprecherboxen, fasziniert von so viel Jam-Session und leidenschaftlicher Spielwut. Als Inspirationsquellen dienen den drei Musketieren so unterschiedliche Quellen wie der Police-Gitarrist Andy Summers, der Jazz-Bassist Charles Mingus oder der Fusion-Sound der frühen 70er. Dazwischen immer wieder kleine Verschnaufpausen, die dem Hörer Gelegenheit geben, sich auf das nächste Experiment einzulassen. Das epische „Lawrence” ist dabei genauso erwähnenswert, wie die eisigen Ton-Skulpturen des Stückes „Krysztal Palace”, wo sich die drei radfahrenden Klang-Revolutionäre von einer ganz milden Seite zeigen. Nach dem „Fire”-Album aus 2006 jetzt also der nächste massive Coup.”
www.sound-and-image.de, 12.5.2009

“Man übertreibt nicht, wenn man sagt, dass diejenigen, die 2006 ,,Fire!”, das zweite Album von Johnny La Marama, bewunderten, unablässig nach neuem Stoff fragten. Eine Zeit lang konnten die unerhörten Live-Performances von Johnny diese Nachfrage noch befriedigen. Aber jetzt
ist es wirklich hohe Zeit für ein neues Lebenszeichen. ,,Johnny lässt sich nicht festlegen”, sagen drei Musiker, die es wissen müssen, weil sie seit Jahren einen guten Draht zum viel Gepriesenen haben. Gitarrist Kalle Kalima, Bassist Chris Dahlgren uns Schlagzeuger Eric Schaefer sind in der Berliner Szene in zahllose Proiekte verstrickt, haben aber im Hinterkopf noch immer reichlich Platz für persönliche Vorlieben und Erinnerungen. Vielleicht ist es das, was Johnny ausmacht: Alles ist erlaubt! Das Meiste davon wird gerne gleichzeitig durch den Fleischwolf gedreht: Zappa meets Free Funk, Dada meets Blues, Hendrix meets Mingus, Meters und Space Rock meet bewusstseinserweiternde Substanzen - klar, ein Song hat einen Anfang, einen Mittelteil und einen Schluss. Über die jeweilige Reihenfolge lässt Johnny leider nicht mit sich reden. Wer mehr erfahren will, lese die Linernotes von der Jazzkritiker-Koryphäe Dr. Feonard Leather. Aber man hört es auch so: ,,Bicycle Revolution” ist der Sound der Stunde, des Jahres, des vergangenen Vierteljahrhunderts. Mindestens! ”
NOTES, uk, April 09

“Wir lesen ehrfürchtig das, was früher einmal booklet hieß und für das unfallfreie Konsumieren einer heiligen Jazzplatte dienen sollte. Der Text stammt von einem gewissen Dr. Feonard Leather (sic!). 1:0 für Johnny La Marama, schon bevor der erste Ton erklingt. Dann brettert “Andy Summers” (wie der legendäre Police-Saitenknarzer) durch die Boxen: schnell, schrill, schräg, muchos Gitarre, noch mehr drums, Pre-Punk. Guter Job von Kalle Kalime, Chris Dahlgren und Eric Schaefer. Im Ttelsong “Bicycle Revolution” wollen sie uns trickreich dazu verführen, Aufs Fahrrad umzusteigen. Müssen echt durchgeknallt sein, die Typen, trotz all der wunderbar kribbeligen afrikanischen Beats und der hippen Slam-Poetry-Einwürfe im Franzmann-Dialekt. Die atemberaubend hohe Schlagzahl bleibt. Johnny soll angeblich “Eugene’s Bastard Son” sein, Balg eines lausigen Banjospielers. Wer’s glaubt. Überhaupt beschreiben die Titel den Gehalt der Musik besser als es ein professioneller Wort-Improvisator: “Columbine And Mingus”, “Hymn Of The Next Five Years” und natürlich “Your Jazz Is Dead”. Eigentlich klar, weil Pappa Zappa höchstselbst seine zigarettengelben Finger über den Laden hält. Aber auch andere wie Albert Ayler, Antonin Artaud und Timothy Leary mischen bei der La-Marama-Revolution kräftig im Geiste mit. Wie weiland Che, Marx und Fidel: It’s about what people need!” (rk)
Jazzthing April/Mai 2009
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