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Little Red Suitcase

23 Mai 2011

Konzerte ganzjährig auf Anfrage

LRS

Elena Setién_vocals, violin
Johanna Borchert_piano, vocals

www.littleredsuitcase.com
CD: Temporarily Out of Order

Soundcloud:What’s This Sound & Well, I Don’t Care

Video: Rainy Holidays

Ihre Songs sind schrullig, exzentrisch und doch wunderschön. Das Duo Little Red Suitcase ist gewissermaßen das europäische Äquivalent zu den amerikanischen CocoRosie. Mit schrägem, aber gleichermaßen verführerischem Charme locken sie den Hörer, um ihn einzufangen und nicht wieder freizugeben.
Mit Humor und erstaunlicher Leichtigkeit bringen die beiden jungen Damen verschiedene Prinzipien von Cabaret, Pop-Performance und Improvisation unter einen Hut. Ihre Stücke sind flüchtig, ihr musikalisches Gepäck passt in den kleinen, roten Koffer ihres Bandnamens. Geigerin und Sängerin Elena Setién hat bereits mit Django Bates und Simon Toldam gearbeitet. Die Pianistin Johanna Borchert kennt man vor allem aus dem Quartett Schneeweiß & Rosenrot. Ihr gemeinsames Projekt Little Red Suitcase ist ein grandioses Rückzugsmanöver zu den Urimpulsen des unschuldigen Singens, seien es nun Standards oder Eigenschöpfungen.
Das Duo trat in den letzten Jahren unter anderem beim Jazzfest Berlin, den Jazzfestivals in London, Kopenhagen, Grenoble und Ottawa, sowie im Club „The Stone“ in New York auf.

Presse: 

„Die Songs des baskisch-deutschen Jazz-Pop-Duos sind spontan, exzentrisch und doch oft von verführerischer Schönheit.[…] Auch beim Konzert im Sendesaal hat das charmante Duo wie immer den namensgebenden und in der Tat sehr kleinen roten Kofffer dabei. Eine Art drittes, mirakolöses Bandmitglied für die gemeinsame Reise, die von delikatem Songwritertum über experimentelle Geräuschmusik hin zu kaberettistischen Einlagen zu freien Improvisationen führt.[…] Little Red Suitcase entfalten ein verträumtes, vielleicht sehr weibliches, oft anrührendes Chaos mit düsteren Gute-Nacht-Liedern, Vaudeville-Folk a la Regina Spector und Road-Movie-Musik.“
York Schaefer,  16.06.2011, Weser Kurier (Bremen) 

„Eine unbedingte Bereicherung war die Seitenbühne mit ihrem lustig erweiterten Jazzbegriff. Hinreißend agierten dort etwa zwei junge Damen als “Little Red Suitcase”, die aus Tasten, Geige und Quetschkommode eine sacht weillsche Variante des Folk-Vaudeville von Coco Rosie oder Kevin Blechdom gaben. Wenn die Zukunft des europäischen Jazz ein Strickkleid wie die elegant überspannte Pianistin Johanna Borchert trägt, und ihre Kollegin Elena Setién eine anrührende Version des gänzlich abgeschabten “Wonderful World” gibt - dann wollen wir erstmal von den konzeptuellen Einwänden schweigen.“          Markus Schneider, November 2010, Berliner Zeitung

„Little Red Suitcase aus Kopenhagen tummeln sich irgendwo zwischen Björk, Kate Bush und Tom Waits. Pianistin Johanna Borchert ist große Virtuosin eine mutige Performerin.“ Rolf Thomas, jazzthetik, Januar/ Februar 2011

“Little Red Suitcase, the creatively elastic duo of Spanish vocalist-violinist Elena Setién and Berlin-born pianist Johanna Borchert, wisely disseminated its various jazz, pop, and faux-folk content, making spaces and contrasts count. Borchert is an intriguing young pianist worth keeping tabs on: She can veer “inside” and “outside”
Josef Woodard, Jazztimes, November 2010

Bios: 
Die Pianistin Johanna Borchert wurde 1983 in Berlin geboren und wuchs in Bremen auf. Schon als Kind zeichnete sich ihre eigenwillige und in die musikalische Freiheit ausbrechende Musikerpersönlichkeit ab. Soll sie heute ihre Inspirationsquellen nennen, so tauchen irgendwo in einer langen Reihe prägender Musikmomente Meilensteine auf wie Bach, Monk, Shorter, Messiaen, Cage, Ligeti oder auch Aufenthalte in Californien, Mills College in Zusammenarbeit mit Fred Frith und Chris Brown oder 2007 in Chennai, Indien mit dem Studium klassischer indischer Musik. Nach Jazzklavier- und Kompositionsstudium an der Universität der Künste Berlin und dem „Rytmisk Musikkonservatorium“ in Kopenhagen, wo sie u.a. bei David Friedman, Hubert Nuss und Django Bates Unterricht hatte, ist sie heute in beiden Hauptstädten eine der antreibenden Kräften der jungen Jazz- und Avantgardeszene. Bekannt ist sie vor allem durch ihre Bands Schneeweiss & Rosenrot und Little Red Suitcase, mit denen sie bisher in vielen Ländern Europas wie auch in Asien und den USA tourte. Seit 2010 tritt Johanna Borchert mit ihrem Soloprogramm nicht nur als Pianistin und Komponistin sondern auch als Sängerin in Erscheinung.

Elena Setién wurde 1977 im spanischen San Sebastián-Donostia geboren. 1999 machte sie ihren klassischen Abschluss in den Fächern Violine und Komposition an der Roehampton University in London. Von 1999 bis 2002 unterrichtete sie Violine und Musiktheorie in Barcelona. 2002 zog Elena Setién nach Kopenhagen und studierte dort am Rhythmical Conservatory. Neben dem Duo „Little Red Suitcase“ arbeitet sie mit unterschiedlichen Projekten wie u.a. an der Debut-CD von Simon Toldam „Prügelknabe“, mit dem Trio von Karen Bach und mit Django Bates‘ Bigband Stormchaser. Darüber hinaus schrieb sie die Musik zum Kinder-Theaterstück „Cuentos“ und gemeinsam mit Jonas Struck die Musik zu einem neuen Film von Ole Christian Madsen.

Downloads:

LRS

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Daniel Erdmann & Samuel Rohrer with Frank Möbus & Vincent Courtois

20 Mai 2011

Konzerte ganzjährig auf Anfrage

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Vincent Courtois_cello
Frank Möbus_gitarre
Daniel Erdmann_tenorsaxophon
Samuel Rohrer_schlagzeug

New CD “How To Catch A Cloud” on Intakt Records

SOUNDCLOUD: Beautiful Paranoia & Broken Tails

VIDEO ON ARTE.LIVE.WEB: Erdmann_Samuel_Rohrer_Quartet_Jazzdor/

Wer mit Pfeilen eine Wolke erlegen will, wird vergeblich seine Pfeile verschießen. Einer Wolke muß man auf einer Trommel etwas vorgeigen oder auf einer Geige etwas vortrommeln. Dann wird es nicht lange dauern, bis sich die Wolke niederläßt, sich vor Glück am Boden wälzt und schließlich entgegenkommend versteinert. (Hans Arp)

Der deutsch-französische Saxophonist Daniel Erdmann sowie der Schweizer Schlagzeuger Samuel Rohrer gehören zu den innovativen Musikerpersönlichkeiten des neuen europäischen Jazz. Erdmann überzeugt mit seiner Band “Das Kapital”, für deren letzte Veröffentlichung er mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik 2011 ausgzeichnet wurde. Der Berner Schlagzeuger Rohrer machte sich mit BraffOesterRohrer und in verschiedenen Projekten mit Claudio Puntin einen Namen.
Zusammen mit dem Cellisten Vincent Courtois und dem Gitarristen Frank Möbus hat sich ein internationales Ensemble gebildet, das zwischen den musikalischen Welten pendelt. Ihre Musik schöpft aus dem reichhaltigen Schatz ihrer musikalischen Erfahrungen: Rocksounds, Jazzfeeling, populäre Musik, freie Improvisation sowie klassische Komposition – alles verbindet sich, gründlich verdaut, auf organische Weise zu einer ganz eigenen Stilsynthese, die in ihrer Zurückhaltung an die Stimmung des Cooljazz erinnert. In diesem (historischen) Spannungsfeld bewegen sich Daniel Erdmann und Samuel Rohrer. Ihr Jazz stellt das Solo-Prinzip in Frage: In ihrer Musik steht kein Solist mehr im Vordergrund sondern Komposition und Form, die sich im Ensembleklang realisieren. Die Gruppe praktiziert Jazz als Mannschaftsspiel. Konzeptionell (nicht musikalisch!) ist das Ensemble eher einem klassischen Streichquartett verwandt als einer Hardbopcombo. Selbstverständlich gibt es weiterhin Soli in dieser Musik, sogar in ihrer kollektiven freien Form, doch erfüllen sie eine andere Funktion: Die Improvisationen stehen im Dienste der Komposition, sind eingebettet in die Arrangements, nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck, immer auf Atmosphäre, Konstruktion und Klanglichkeit des betreffenden Stücks bezogen. Raffinierte Arrangements bilden die Innenausstattung der Stücke. Da die Melodieinstrumente des Ensembles (Tenorsaxofon, E-Gitarre und Cello) alle in der Mittellage angesie- delt sind, kommt den Arrangements die Aufgabe zu, durch kluge Nutzung der Instrumente Abwechslung in das Geschehen zu bringen. Originelle Instrumentenkombinationen warten mit überraschenden Klangfarben auf.

Daniel Erdmann (Jahrgang 1973) spielt auf seinem Tenor in ganz unterschiedlicher Manier, doch immer mit einer eigenen künstlerischen Identität. Manchmal bläst er mit dem heissen Atem eines jungen Archie Shepp, dann wieder mit der Erfindungsgabe und Gültigkeit eines Stan Getz oder so zärtlich-gehaucht wie Ben Webster. Cellist Vincent Cour- tois (geboren 1968) wechselt ebenso behände vom Pizzicato zum Bogen wie vom Bass- zum Melodiespiel. Frank Möbus (Jahrgang 1966) schickt seine Gitarrentöne durch ein Arsenal von Effektgeräten, lässt sie sphärisch klingen oder rockig aufheulen, während für Co-Leader Samuel Rohrer (geboren 1977), der etliche hochoriginelle Kompositionen zum Repertoire der Band beigesteuert hat, das Schlagzeug weit mehr als ein blosses Rhythmusinstrument ist. Sein melodisches Trommelspiel schöpft die dynamischen Möglichkeiten aus, fügt sich elastisch ein und ist immer genau auf dem Punkt.
Sucht man nach Referenzpunkten in der Jazzgeschichte, kommen einem die stilleren Impressionisten der Töne in den Sinn, die früh mit Klangfarben malten und für Komposition und Arrangement immer schon ein Faible besassen: Duke Ellington, Miles Davis mit Gil Evans, auch Jimmy Giuffre, Musiker, die zeitweise einen Jazz spielten, der sich bewusst in Zurückhaltung übte.
Daran knüpft das Erdmann-Rohrer Quartett an. Sein Jazz wirkt gedämpft, wie kontrolliert, besitzt einen Sinn für Stimmungen, Schattierungen und Nuancen, was nicht bedeutet, dass es nicht gelegentlich auch einmal richtig zur Sache geht. An Cooljazz erinnernde Passagen verwandeln sich ein paar Takte später in ein veritables Rockriff, um kurz darauf in eine freie Kollektivimprovisation überzugehen oder in eine verzwickte Unisono-Passage zu münden. Nichts ufert aus, alles wird in der richtigen Dosierung serviert.
Neben der Selbstbeschränkung ist ein Gefühl für Proportionen ein wesentliches Merkmal dieses wundersamen Jazz. Zur Zurückhaltung passt die oft kurze Dauer der Stücke. Sie werden nicht als epische Erzählungen entworfen (das längste ist 8 Minuten lang), sondern eher als kleine kompakte Werke oder Miniaturen, die auch schon mal nach 50 Se- kunden wieder versiegen. Ideen werden nicht ausgewalzt, sondern oft nur subtil ange- deutet. Sie weiterzuspinnen, bleibt der Fantasie der Zuhörer überlassen. Das Erdmann- Rohrer Quartett bietet dazu reichlich Anregung.
Christoph Wagner
Download Pressefotos:

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