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On Tour: Django Bates Trio

08 Februar 2011

30.03.2011 A-Wien, Porgy & Bess
31.03.2011 Passau, Jazzclub
01.04.2011 Paris, Banlieues Bleues
03.04.2011 München, Muffathalle, Jazzlines Festival
04.04.2011 Ulm, Stadthaus
24.04.2011 Stuttgart, Theaterhaus tbc
Weitere Daten in Vorbereitung

Michael Schiefel & Carsten Daerr

26 Januar 2011

Konzerte ganzjährig auf Anfrage

Schiefel & Daerr

Michael Schiefel_vocals, electronics
Carsten Daerr_piano, organ

www.michaelschiefel.com

www.carstendaerr.de

Es gibt Musiker, die wachsen aneinander. Wie der Pianist Carsten Daerr und der Sänger Michael Schiefel. Immer wieder begegneten sie sich während des vergangenen Jahrzehnts in unterschiedlichen Projekten des musikalischen Umkreises von Berlin. Im Frühjahr 2009 beschlossen sie, dass die Zeit reif für ein Duo sei.

Carsten Daerr ist einer der klangästhetisch eigenständigsten Pianisten, den die junge deutsche Jazzszene derzeit hat. Zielstrebig arbeitet er seit Teenagertagen an seiner Stilsprache, auf der Suche nach Ausdrucksmöglichkeiten, die nicht nur das reproduzieren, was bereits von den Pionieren des Genres entdeckt wurde. Jahrgang 1975 und geboren in Berlin, hat Carsten Daerr früh begonnen, durch eigene Kompositionen die Klangwelt zu erforschen. Klassisch unterwiesen gewann er Ende der Achtziger Preise bei Wettbewerben wie “Jugend komponiert”, entschloss sich bald darauf, Klavier zu studieren und wurde von 1996 bis 2002 an der Universität der Künste unter anderem von den Pianisten Hubert Nuss, Kirk Nurock und den Arrangement-Spezialisten Maria Schneider und James Knapp unterrichtet.
Eigene Projekte führten ihn während des vergangenen Jahrzehnts mit künstlerisch gleich Gesinnten wie dem Bassisten Carlos Bica, der Sängerin Kristina Tuomi oder auch dem Trompeter Sven Klammer zusammen, wobei schnell klar wurde, dass das Trio mit dem Bassisten Oliver Potratz und dem Schlagzeuger Eric Schaefer den Kern seiner konzeptuellen Arbeit bildet. Vier Alben (PurpleCoolCarSleep, 2003; Bantha Food, 2005; Insomniac Wonderland, 2007; Wide Angle, 2010) sind mit dem Ensemble inzwischen erschienen und haben Carsten Daerrs Ruf als Souverän ungewöhnlicher Klangraumgestaltung und solistischer Eloquenz gefestigt.

Michael Schiefel wiederum gehört zu den Pionieren eines Stimmverständnisses, das sich nicht mit der Rolle der Melodiegestaltung zufrieden gibt, sondern so weit wie möglich das gesamte musikalische Spektrum des Instrumentes prägen will. Seit mehr als einem Jahrzehnt experimentiert der geborene Münsteraner mit Solo-Programmen, veröffentlichte Alben wie „Invisible Loop“ (1997), „I Don’t Belong“ (2000), „Don’t Touch My Animals“ (2006) oder „My Home Is My Tent“ (2010), die systematisch die Möglichkeiten von Stimmschichtungen, Klangfarben und vokaler Dramaturgie erkunden.

Da er darüber hinaus über ein markantes individuelles Timbre und erzählerisch theatralisches Talent verfügt und Spaß am Spiel mit Worten und musikalischen Details hat, dauerte es nicht lange, dass man ihn auch zu anderen Projekten einlud. Michael Schiefel ist einer der Köpfe des Quintetts Jazz Indeed, gehört zur Stammbesetzung von Thärichens Tentett und hat sich mit dem Album „Gay“ (2003) als Leader eines eigenen Trios bewährt. Konzerte führten ihn unter anderem mit dem Vibrafonisten David Friedman und der Pianistin Carla Bley, aber auch mit seinem Stimmkollegen Theo Bleckmann zusammen. Im Jahr 2001 berief ihn die Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar auf eine Professorenstelle und unterstrich damit seine Bedeutung als einem der derzeit wegweisenden Sänger in Deutschland.

Schnittpunkt der musikalischen Welten von Carsten Daerr und Michael Schiefel ist die agile Musikszene Berlins. Da beide Musiker nicht nur in der Welt der improvisierenden Klänge zu Hause sind, sondern eine hohe Affinität zur klassischen Tradition haben, wurden sie anlässlich des Mendelssohn-Jahres 2009 von den Jüdischen Kulturtagen beauftragt, ein Konzert zu Ehren des romantischen Komponisten zu gestalten. Bei dieser Gelegenheit stellten Daerr und Schiefel fest, dass ihre jeweilige Vorstellung von kreativer Klangformung viele Schnittmengen hatte. So kam es zu einem hoch gelobten Auftritt in Berlin, der wiederum dazu beitrug, dass das neue Duo gleich zum Finale des renommierten BMW Welt Jazz Awards eingeladen wurde. „Daerr und Schiefel“, konnte man daraufhin in der Süddeutschen Zeitung lesen, „sind auf hohem Niveau verspielt und daran interessiert, dass unterm Strich ein Klangerlebnis herauskommt, das beide Beteiligten sowohl auf der Ebene der Emotion wie auch einer genießerischen Abstraktion beglückt.“
Das bedeutet auch, dass das Repertoire der beiden Musiker sich nicht an die üblichen Grenzen der improvisierenden Klangwelt halten muss. Groß geworden mit der Ära des Pop, zugleich sozialisiert mit klassischer Tradition gehören Werke eben von Mendelssohn
ebenso zu ihren Präferenzen wie eigene Kompositionen und ein Stück von Bach kann ohne Stilbruch in einen Song von The Police münden. Im Mittelpunkt steht das persönliche Klangverständnis, das auf der einen Seite Sounds von der Hammondorgel bis zu komplexen Loop-Architekturen integriert, auf der anderen seine Farbenvielfalt aus der pointieren Kommunikation der gestalterischen Charaktere entwickelt. Das funktioniert als Duo ebenso wie als Quartett. Eine kurze Tournee führte Carsten Daerr und Michael Schiefel beispielsweise in Budapest mit dem Bassisten Mátyás Szandai und dem Cimbalonspieler Miklós Lukács zusammen, die mit dieser Kommunikationsweise umgehen konnten und die Musik der Berliner Gäste inspiriert ergänzten.

Auch dieses Konzert wurde von der lokalen Presse umfassend gefeiert und es hatte zur Folge, dass die ungarische Plattenfirma BMC im Anschluss daran mit den vier Musikern ins Studio ging, um die inspirierte Zusammenarbeit unter bestmöglichen Voraussetzungen festzuhalten. Das Album wurde im Herbst 2010 mit dem Titel „Gondellied in the Sahara“ veröffentlicht und inzwischen kündigen sich bereits die nächsten Projekte an. So haben etwa die Thüringer Bachwochen angekündigt, das Duo im kommenden Jahr in ihr Programm aufzunehmen, mit einer Fortsetzung des Mendelssohn-Projektes, das um Adaptionen von Werken Johann Sebastian Bachs erweitert werden wird. So kommt bei Carsten Daerr und Michael Schiefel vieles zusammen: der produktive Kontrast zweier starker Künstlerpersönlichkeiten und die gemeinsame Leidenschaft, der Musik grenzüberschreitend auf den Grund zu gehen; die ungewöhnliche Gestaltungskompetenz der Partner und die Faszination, die ihr Klangverständnis auf die Zuhörer ausübt, schließlich auch der Spaß am intellektuellen Spiel mit den Möglichkeiten des Ausdrucks und den Erwartungshaltungen des Publikums. Das erlaubt Carsten Daerr und Michael Schiefel künstlerische Harmonie in einer Intensität, die ihre Musik zu einem Erlebnis für sie selbst wie für die Hörer werden lässt.