Velvet Revolution 

Daniel Erdmann_tenor sax
Theo Ceccaldi_violine
Jim Hart_vibraphon

 



 

 

 

Daniel Erdmann’s Velvet Revolution – Message In A Bubble

Velvet, die dritte. Nach einem Augenblick der Schwerelosigkeit (A Short Moment of Zero G, 2016) und der Weigerung, einer Fahne zu folgen (Won’t Put No Flag Out, 2019), nun Botschaften aus einer Blase (Message in a Bubble).

Message in a Bubble – natürlich kommt einem sofort der lautmalerisch ähnliche Hit von Gordon Sumner in den Sinn, dessen Bassfigur Gil Evans Ende der 1980er Jahre zur Zusammenarbeit mit dem (damals noch, wenngleich bereits mit dem Jazzvirus infizierten) Rockmusiker veranlasste. Stings Hit erzählte von einem auf einer Insel Gestrandeten, der eine Flaschenpost ins Meer wirft, um sich seiner Einsamkeit zu erwehren. In der Hoffnung, Kontakt zur Außenwelt aufzunehmen. Eines Morgens, nachdem über ein Jahr antwortlos vergangen ist, kommt er an den Strand und findet unzählige Flaschen mit an ihn gerichteten Botschaften. Die Schlüsselzeile des Songtextes: „Scheint, als wär ich nicht allein einsam“ (Seems I’m not alone at being alone).

 

Hier greift Daniel Erdmann an: Dem durchlebten, bis ins Mark erfahrenen Alleinsein (in unterschiedlichen Abstufungen) zu Zeiten der Pandemie setzen die ‚Samtenen Revolutionäre‘ ein Zeichen der Hoffnung entgegen. Kein ’SOS‘ ist es, das von Velvet ausgeht, sondern die Hoffnung auf ein Ende des Alleinseins, auf Austausch, auf ein Miteinander. Darauf, dass die ‚Blase‘ aufbricht – nicht nur im pandemiebezogenen Sinne. 

Das Trio – Daniel Erdmann, Theo Ceccaldi und Jim Hart – lebt dieses Miteinander: Es hat sich seit seiner Gründung 2015/16 organisch zu einer Band entwickelt, in der das Ganze mehr ist als die Summe seiner einzelnen Bestandteile. Zwar ist es ganz und gar Daniel Erdmanns Projekt, doch haben sich Theo Ceccaldi und Jim Hart im Laufe der Zeit deutlich ‚emanzipiert‘. Das wurde bereits an den Aufnahmen zur zweiten Platte am größeren improvisatorischen Anteil der beiden deutlich. Gleiches setzt sich hier fort. Zudem steuern alle je drei Kompositionen zu den neun Titeln der CD bei. Das ist etwas, das Daniel Erdmann von Anfang an Anliegen gewesen ist. Wenn es – neben den ausgesprochen hoch einzustufenden musikalischen Fähigkeiten Daniel Erdmanns als Spieler, Komponist und Arrangeur – eine Eigenschaft gibt, die man als seine Stärke bezeichnen kann, dann die: Er ist in der Lage ‚seine‘ Musiker in dem Sinne besser zu machen, dass sie sein Projekt zu ihrem werden lassen, den Klang verinnerlichen, den er im Ohr hatte, als er sich einst auf die Suche nach den Musikern begab, mit dem dieser Klang Wirklichkeit werden könnte.

Was daraus entsteht; ein intensives und dichtes, ineinander verwobenes Musizieren, eine traumwandlerische Sicherheit in der Reaktion, ein zutiefst beseeltes Geben und Nehmen.

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