
Aki Takase
& Daniel Erdmann
„Aki ist ein Ausnahmefall. Sie hat so viel Energie!“, sagt Daniel Erdmann über die Grande Dame des Jazzklaviers, mit der er seit rund zehn Jahren im Duo spielt. Er selbst ist auch keine Sofakartoffel, sondern mit zahlreichen Projekten und Bands auf Jazzbühnen präsent.„Thérapie de Couple“ zum Beispiel führt als deutsch-französisches Sextett grenzüberschreitend modern improvisierende Jazzideen zusammen. „Velvet Revolution“ ist ein kammerjazziges Trio mit Geige, Vibraphon und neuerdings auch der Sängerin Jelena Kuljic als Ergänzung, die Erdmanns Saxophon eine Prise fröhliche Theatralik entgegensetzt. Überhaupt haben alle seine Projekte diese spezielle Mischung aus großem Ton und ästhetischem Zweifel, den er bevorzugt mit musikalischem Humor ausräumt.
Das Duo mit Aki Takase hat jedoch eine besondere Qualität. Denn die 78-jährige japanische Pianistin und Wahl-Berlinerin schafft es, Persönlichkeit und Universalität in immense musikalische Kraft zu verwandeln. Sie hat mit Legenden wie Joe Henderson und David Murray gespielt, reihenweise Auszeichnungen gesammelt und zuletzt den Deutschen Jazzpreis für ihr Lebenswerk erhalten. Ihre Bands waren und sind Sprungbretter für die pfiffige Avantgarde. An ihrer Seite kann man reifen, wie der junge Daniel Erdmann, den Aki Takase in den Neunzigern in ihr Berliner Sextett holte. Der Newcomer hatte sich zuvor als Student in Ensembles der Hanns-Eisler-Universität bewährt, die sie als Gastprofessorin anleitete. Ein Glücksfall für beide Seiten. Denn der eine konnte von dort aus mit Nachdruck in die Szene starten und die andere hatte einen kraftvollen, klangsensiblen Tenorsaxophonisten in der Band.
NEW CD: „TIMELESS“ , 08/2026,
Dann gingen beide ihrer Wege, bis sie sich 2017 zufällig am Pariser Flughafen trafen. Am Terminal war Zeit für einen Gesprächskaffee mit der losen Verabredung, sich zu privaten Sessions zu treffen. Am Ende wurde das Quintett „Japanic“ mit Daniel Erdmann daraus. Und es entstand ein Duo als Kernzelle des Kreativen, das mit „Isn’t It Romantic?“ (2021) und „Ellington“ (2024) bereits zwei Alben veröffentlicht hat.
„Timeless“ knüpft daran an und ist mehr als ein neues Programm. „‚Timeless‘ ist ein Konzept, das sich nach allen Seiten der Zeit hin öffnet“, erklärt Erdmann. „Es beinhaltet beispielsweise Workshops mit jungen Musikern, größere Besetzungen, aber auch kleine Konzerte in Clubs sowie einen Austausch in viele Richtungen auf der Basis der Stücke, die wir jetzt aufgenommen haben. Der Begriff ‚Timeless‘ bedeutet ja viel. Wir schöpfen beide aus der Tradition und blicken beide in die Zukunft.“




