Daniel Erdmann’s Velvet Revolution

 

Daniel Erdmann_tenor sax
Theo Ceccaldi_viola & Violin
Jim Hart_vibraphon

www.daniel-erdmann.com

NEW CD: Won’t Put No Flag Out at BMC Records, 10/2019

Hier kann man das neue Album schon jetzt hören: Orchard Promo Player

 

Daniel Erdmann’s Velvet Revolution – Won’t Put No Flag Out

Rund zweieinhalb Jahre liegt die Veröffentlichung des Debütalbums A Short Moment Of Zero G zurück, seitdem wurde dem deutsch-französisch-britischen Trio viel Aufmerksamkeit von Medien und Publikum zuteil. Die CD erhielt einen Jazz-Echo und den Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik, zu letzterem schrieb die Jury unter anderem: „Ein Hauch von coolem Swing und die Freude an pointillistischen Klangtupfern und unerwarteten Wendungen durchwehen die elf Stücke. Diese ’samtene Revolution‘ erschafft, was der Albumtitel verspricht: kurze Momente der Schwerelosigkeit.“ Die Band tourte durch Europa und triumphierte u.a. bei Festivals in London, Münster, Belgrad, Salzburg und Amman.

Ähnlich weit reicht das Kritikerlob. „Das ist feine Erzählkunst mit viel Assoziationsfreiheit für die Hörer“, befand Ralf Dombrowski in Stereoplay und Beate Sampson, BR Klassik, konstatierte: „Es ist stimmungsvoll und auf eine ungemein behutsame Art intensiv, wie die drei Atmosphären und Themen entwickeln, und dabei, sich in fließendem Wechsel umspielend, Vorder- und Hintergründe der Musik ausleuchten.“ Norbert Krampf urteilte in der FAZ: „Ihre Spielfreude und eng verzahnte Interaktion sind ein Genuss, die Verbindung von hoher Kunst, Vitalität und feinem Humor gelingt beispielhaft. Traumwandlerisch sicher balancieren alle drei auf dem Hochseil der freien, indes nie überbordenden Imagination.“

Mit ihrem neuen Album gehen Velvet Revolution konsequent weiter. Sämtliche Stücke wurden nun von Daniel Erdmann eigens für diese Formation und den individuellen Klang ihr virtuosen Mitglieder komponiert, so können die persönlichen Qualitäten und Ausdrucksstärken noch deutlicher aufleuchten. Erdmanns sensibles, klangfarbenreiches, mitunter auch aufbrausendes Tenorsaxophon-Spiel wurde bereits im Zusammenhang mit seinen anderen Bands (etwa Das Kapital) vielfach anerkannt und ausgezeichnet. Théo Ceccaldi wird inzwischen auch außerhalb Frankreichs als genialisches neues Talent der Violine und als junger Fackelträger der großen französischen Jazzgeiger-Tradition gefeiert. Auch in seinen eigenen Bands (beispielsweise den Freaks) fesselt Ceccaldi als famoser, keine Stil- und Spielgrenzen kennender Teufelsgeiger die Zuschauer, so zu erleben beim Jazzfest Berlin 2018. Jim Hart, seit einigen Jahren im Elsass ansässig und vor Velvet Revolution unter anderem in der Band von Marius Neset aufgefallen, hat sich in jüngster in Ghana mit westafrikanischen Rhythmen und Balafon- respektive Gyil-Traditionen beschäftigt. Dort gesammelte Eindrücke wetterleuchten jetzt auch in einigen Passagen des Trios.

Dank der Konzerte der vergangenen Jahre interagieren Velvet Revolution heute noch intuitiver, was auf der Bühne eine umso größere individuelle Freiheit möglich macht. Viele Details der Kompositionen formuliert die Band inzwischen im Studio gemeinsam aus. Zusätzliche Impulse bezog sie aus ihrer temporären Erweiterung zum Quartett Velvet Jungle, mit Cyril Atef oder Samuel Rohrer an Schlagzeug und elektronischem Equipment. Die handverlesenen Konzerte dieser Vierer-Konstellation haben das Trio dazu motiviert, seine rhythmischen Qualitäten zu intensivieren.

Erdmanns neue Stücke reflektieren über persönliche Themen wie in Bring Me Moon, beziehen sich auf Filme oder Literatur, etwa Kaurismäkis Die Wolken ziehen vorüber, Lars von Triers Melancholia und Die Vertreibung aus der Hölle“ von Robert Menasse. Und während Erdmanns rauchiger Saxophon-Ton bisweilen doch eine Wurzel in den Blues zu schlagen scheint, sind Justine, Again und Abstract Love Song von europäischer Kunstmusik des 20. Jahrhunderts beeinflusst. Give The Soul Some Rest ist hingegen dem Ngoni-Meister Moriba Koita aus Mali gewidmet, mit dem Erdmann in Paris gearbeitet hat. Ein westafrikanisches Motiv trifft hier überraschend auf eine unorthodoxe Imitation eines Bach-Chorals.

Won’t Put No Flag Out vereint kompositorischen Witz und persönlichen Ausdruck, unmittelbar identifizierbaren Sound und Haltung. So machen Erdmann, Ceccaldi und Hart ihrem Bandnamen Velvet Revolution alle Ehre und einem durchaus heterogenen, stilistisch weit gefächerten Publikum in Konzerten großen Spaß.

Daniel Erdmann wurde 1973 in Wolfsburg geboren. Mit 10 Jahren besuchte er einen seiner Onkel, welcher sich ein Altsaxophon gekauft hatte und keinen vernünftigen Ton aus dem Instrument bekam. Daniel Erdmann nahm das Saxophon, spielte einen Ton der alle Anwesenden verblüffte, und am Ende des Besuchs gehörte das Instrument schon ihm. In der Zeit von 12 und 15 Jahren lebte er in der Nähe von Washington, D.C. und wechselte dort zum Tenorsaxophon, welches er in der Bigband seiner Schule spielte. Zurück in Deutschland lernte er 5 Jahre bei dem amerikanischen Saxophonisten George Bishop und studierte dann von 1994 bis1999 an der Musikhochschule Hanns Eisler in Berlin bei Gebhard Ullmann. Desweiteren nahm er an Masterclasses von Michael Brecker, Steve Lacy, Ray Anderson, Lee Konitz und anderen Teil. In dieser Zeit begann er sehr aktiv in der Berliner Jazzszene mitzuwirken (unter anderem mit Rudi Mahall, Ed Schuller, Frank Möbus, John Schröder, Aki Takase, Herb Robertson) und nahm auch währen einer Nordamerika-Tournee in New York seine erste CD für das label Timescraper auf. Es folgten viele Aufnahmen und Konzerte in Deutschland, und mit seinem Quartett Erdmann 3000 nahm er 4 CDs (davon 2 für Enja Records) auf und spielte um die 100 Konzerte in ganz Europa .
Im Jahr 2001 erhielt er ein Stipendium des deutsch-französischen Kulturrates für einen Aufenthalt in Paris. Auf der Suche nach Musikern mit denen er eine ähnliche musikalische Sprache spricht stösst er in einem kleinen Club auf den Schlagzeuger Edward Perraud mit dem er gemeinsam mit Hasse Poulsen die Gruppe Das Kapital gründet.
Zusammen nahmen Sie inzwischen 7 Cds und eine DVD auf (mit dem Filmemacher Nicolas Humbert) und spielten unzählige Konzerte in Europe, Amerika und Asien. Für die erste CD eines Repertoires mit Stücken von Hanns Eisler erhielten sie den „Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik 2011“, und 2015 erschien die CD „Kind of Red“ bei legendären Label Bleu.
2005 und 2007 arbeitete Daniel Erdmann mit dem New Yorker Choreograph Joshua Bisset für das Tanz-Festival in Biarritz und das Tacheles in Berlin. 2010 spielter er mit Joachim Kühn im Quartett mit Johannes Fink und Christophe Marguet und unternahm er eine Reise nach Mali um dort mit dem Kora-Spieler Cherif Soumano zu arbeiten. Im gleichen Jahr gründete er mit Samuel Rohrer ein gemeinsames Projekt mit Vincent Courtois und Frank Möbus. Das dritte Album „Ten songs about real utopia“ der Band erschien 2015 begleitet einem Bild von François Schuiten. Für dieses Album erhielt er eine Nominierung für den Echo Jazz als bester Saxophonist national.  2013 realisierte Daniel Erdmann mit Hilfe des Jazzdor Festivals ein Quartett mit dem legendären Heinz Sauer, eine live-CD erschien 2015.
Desweiteren wirkt er diversen Projekten von Vincent Courtois und im neuen Sextett von Claude Tchamitchian mit. Mit Christophe Marguet nahm erein neues Album mit Henri Texier auf. 2014 gründete Daniel Erdmann seine Compagnie “ DAS ATELIER“.

Theo Ceccaldi wurde 1986 in Orleans geboren und ist der aufstrebende junge Jazzmusiker Frankreichs. 2014 wurde er von Jazz Magazin in Paris als „Entdeckung des Jahres“ gefeiert. 2016 dann vom Jazz Magazin zum Musiker des Jahres gekürt. Er ist Mitglied im Orchestre National de Jazz, spielt mit seinem eigenen Trio, dem IXI Streichquartett, in Hans Lüdemanns Band TEE, dem Joelle Leandre Tentett und anderen. Er ist Mitbegründer des Tricollectifs, wo er mit seinem Bruder Valentin, dem Pianisten Roberto Negro und anderen sehr aktiv ist. 2017 wurde er in Frankreich als Neuentdeckung des Jahres mit dem renomierten Musikpreis „Victoires“ ausgezeichnet.

Jim Hart wurde 1983 in Plymouth geboren und ist einer der gefragtesten Musiker seiner Generation. Lange Zeit in London ansässig, ist er Mitbegründer des Loop Collective. Er nahm diverse CDs it seinem Cloudmakers Trio und dem Jim Hart Quartet auf. Desweiteren spielte er (auch als Schlagzeuger) mit Kenny Wheeler, Cleo Laine und vielen anderen. Derzeit ist er Mitglied in den Bands von Julien Loureau und Marius Neset. Er gewann mehrere Britsh Jazz Awards und war mehrfach im Downbeat Readers Poll zu finden.

Presse:

Drei der spannendsten Musiker, die sich extrem viel zu sagen haben und sich auf dem vorliegenden Album in einen Spielrausch steigern, der hervorragend die starken Konzerteindrücke dieses Trios vor allem aus diesem Jahr widerspiegelt. Daniel Erdmann, ein Saxofonist mit Leidenschaft und hohen Idealen vereint sich hier mit Theo Ceccaldi, dem wohl zurzeit aufregendsten Violinisten am Jazzhimmel, und dem Briten Jim Hart zur „samtenen Revolution“ – so nennt Daniel Erdmann seine Band. Solche Emotionen katapultiert das Trio ganz ohne Worte und Umwege in die Köpfe ihrer Hörer. Daniel Erdmanns Tenorsaxofon haut seine spielerischen Manifeste raus, schwelgt in jubelnden Linien, erzählt Geschichten und streichelt die Seele, vereint in seinem Spiel Melancholie, Wärme, Aufruhr, manchmal alles gleichzeitig. In beredte Schwingung gerät es durch die repetitiven Muster und Impulse von Jim Harts Vibrafon.Das alles wird umso intensiver aufgeladen durch die aufregendenAkzente und Interventionen auf der Violine, die ihresgleichen suchen. Ceccaldi verkörpert jenen Musikertypus, bei dem das
Instrument, das er bedient, fast sekundär ist – so übermächtig füllt Ceccaldis rohe Kreativität gepaart mit einem kompromisslosen darstellerischen Willen auf dem Instrument den Klangraum. Dieses Hörerlebnis ist allumfassend. Es türmt allerhand harmonische und solistische Abenteuer auf, die auf eine höhere Ebene entführen. Und damit taugt diese grandiose CD für sanfte Revolutionen in einer sich immer hysterischer gebärdenden Welt.
jazzthetik 11-12/2019, Stefan Pieper

Stereoplay CD des Monats Sepember 2019
(…)Durch die spezielle Besetzung wird ein anderes Klangfarbenspektrum aufgerufen als gewohnt. Da ist zum einen das eloquent gespielte, stellenweise in überblasene, hoch expressive Passagen mündene Saxophon, das aber nie die Noblesse verliert. Dazu fügt sich Ceccaldis nuancenreiche, stilistisch weitschweifende Geige (und stellenweise Bratsche), die unkonventionell offen ohne die übliche Saitenmuskelspiele virtuos agiert. Jim Harts Vibraphon ist als perkussives Harmonieinstrument ein weiterer Gegensatz, der der Musik Fülle gibt, ohne sie zu überladen. Zusammen klingen sie kammerjazzig essentiell, ein Fest improvisierender Präsenz.
Stereoplay, 09/2019, Ralf Dombrowski

Es ist wahrscheinlich überflüssig zu betonen, dass hier ein Trio musiziert, dessen kammerjazzige Präsenz und gestalterische Finesse bezaubern. Weil das Album ein Album ist. Und weil hier drei Künstler hinreißend harmonieren.
jazzthing 09-10/2019

Ein Trio, dem weder Avantgarde, Balladeskes, Blues, Bebop, Groove und Klassik fremd ist. Neben den spannenden Kompositionen des Saxophonisten
glänzt allerdings ein Titel ganz besonders, nämlich die einzigartige Version von Harold Arlen’s „Over The Rainbow“.
concerto, 11/2019

Jahrespreis

Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik

Auf diesem Album weben der Saxofonist Daniel Erdmann und seine Mitstreiter im Trio Velvet Revolution ein filigranes Geflecht aus exakt geplanten Kompositionen und feinsinnig mit dem Material spielenden Improvisationen. Ähnlich weit gefächert ist die Ausdrucksskala der drei Musiker. So weckt Erdmanns Spiel Erinnerungen an den voluminösen Klang der Mainstream-Tenoristen wie auch an die rauen Sounds der Free-Ära. Das Spektrum des Geigers Théo Ceccaldi reicht von weichen Kantilenen bis zu rauem Kratzen, und der Vibraphonist Jim Hart steuert zarte Klangflächen und harte Impulse bei. Ein Hauch von coolem Swing und die Freude an pointillistischen Klangtupfern und unerwarteten Wendungen durchwehen die elf Stücke. Diese „samtene Revolution“ erschafft, was der Albumtitel verspricht: kurze Momente der Schwerelosigkeit. (Für den Jahresausschuss: Werner Stiefele)

pdsk

Vierteljahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik
Bei aller Lust am gemeinsamen Schweben wird das Spiel dieses Trios von prägnanten melodischen Statements durchzogen und das im Laboratorium der Klänge frei gesetzte Material mit gestaltbildender Kraft ausgeformt. Der neuen Band des Tenorsaxophonisten Daniel Erdmann mit dem französischen Bratscher bzw. Violinisten Théo Ceccaldi sowie dem Engländer Jim Hart am Vibraphon gelingt eine vom Geist der Improvisation durchpulste interaktive Kammermusik, die in ihrem filigranen Charakter zugleich die Stärke emotionaler Mitteilung offenbart. Der Gestus ist erzählend und dringlich, nie illustrierend oder agitatorisch. Diese Musik will Bezug nehmen zu dem, was ringsum in der Welt geschieht. Und sie begibt sich dabei selbst auf den Weg einer sanften, aber konsequent vorangetriebenen Veränderung. Note 1. (Für die Jury: Bert Noglik)

, Stefan Hentz

„Ohne sich in den Vordergrund zu drängen, nur durch die Kraft seiner Musik hat sich Daniel Erdmann während des vergangenen Jahrzehnts als maßgeblicher Tenorsaxofonist der europäischen Jazzwelt etabliert. Velvet Revolution nähert sich auf „A Short Moment Of Zero G“ mit viel Emphase den Möglichkeiten melodischer Kommunikation in ungewöhnlicher Kleinbesetzung. Das ist feine Erzählkunst mit viel Assoziationsfreiheit für die Hörer.“  Ralf Dombrowski, Stereoplay

„Wenn es eine Liste der Stars des aktuellen deustchen Jazz gäbe, dann stünde der Name Daniel Erdmann auf einem der vorderen Plätze. Einer der mit seinen Trios und Quartetten höchstes Niveau garantiert. Mit Velvet Revolution, seiner neuesten Band, erntet er die Früchte seiner Offenheit.“ Stefan Hentze, Die Zeit

„Es ist stimmungsvoll und auf eine ungemein behutsame Art intensiv, wie die drei Atmosphären und Themen entwickeln, und dabei, sich in fließendem Wechsel umspielend, Vorder- und Hintergründe der Musik ausleuchten. Wie das Trio das Konkrete, die harmonischen Formen und die Rhythmen von Daniel Erdmanns Kompositionen mit dem wirbelnden und losgelösten Ausdruck aus dem Moment heraus kombiniert, klingt nach großer innerer Freiheit und ist Ton für Ton spannend.“
Beate Sampson, Br Klassik

„Die Musik des Trios ist fantasieanregend, inspirierend, die perfekte Begleitmusik für eine Reise zu neuen Horizonten, in unbekannte Gefilde, in innere und äußereWelten“ Rainer Bratfisch, Jazzpodium

„Gemeinsam mit Geiger Theo ceccaldi und Vibraphonist Jim Hart geht ihm ein sanfter Suspense von der Hand, der an die Soundtracks von Fellini-Filmen errinnert.“
Wolf Kampmann, Jazzthing

Trio Photo, nicolas dhondt

velvet revolutionWeb

Daniel Erdmann, photo Dirk Bleicker

Daniel Erdmann tenor sax / Samuel Rohrer drums#

Trio Photos: Krisztina Csendes